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Von guten und nicht so guten Mächten

und allerhand Nebensächlichkeiten
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Ich fühle mich etwas zweigeteilt, zerrissen: Krisen – und Katastrophenmodus versus Lebensfreude. Und so viele Aufgaben und Baustellen, die es zeitgleich zu koordinieren gilt - ein permanentes Multitasking. Eigentlich überhaupt nicht mein Ding. Wenn ich in einer konstanten Betriebstemperatur bleibe, unabhängig von der jeweiligen Aufgabe, geht’s – aber wehe, es wird mal fiebrig oder unterkühlt, dann ist sofort der Wurm drin.

Temperament und Emotionen zu kontrollieren empfand ich als junger Mensch als eine Zumutung. Dessen ungeachtet verlangt das Dasein es trotzdem ab. Ich bin froh, dass ich in der Lage bin zu lernen. Ich kenne eine Frau, die von Dauerpsychosen gemartert wird und immerzu fragt, ob sie „durch Arbeit an der Krankheit hinter diese kommen könne“. Sie könnte bestimmt Erleichterung erfahren, denk ich. Nur leider scheint die Krankheit eben diesem Arbeiten und Lernen im Weg. Das ist bitter. Das Schicksal kann einem schon übel mitspielen.

Ein Grund mehr der Lebensfreude nachzugehen. Verzweiflungsprophylaxe. Es ist Sommer, so richtig satt und heiß, und das schon morgens beim ersten Schritt vor die Türe. Ich schiebe den Gedanken an Klimawandel beiseite und genieße die Luft an den Beinen. Ich habe mein Rad überarbeitet. Statt Friseur. Mir war nach Stilveränderung. Es waren Stunden meditativen Bastelns inklusive kindischer Anwandlungen. Das Rad ist jetzt blau, dekoriert mit glitzernden Delfinstickern, vornedran gibt eine einbeinige und zur Meerjungfrau umgebaute Barbie die Galionsfigur und um den Korb ist ein Fischernetz. Mein Rad ist ein Schiff, der Asphalt das Meer und ich bin die Kapitänin auf hoher See. Ein Segel täte mir noch gefallen.

Vor den Ferien wird allerhand gefeiert. Allen scheinen der letzte Lockdown noch drin zu stecken, plus die Furcht vor einem neuen – wo früher mal die, mal jene einen Sommerfest feierten, andere die gemeinsame Party auf Weihnachten oder den Jahresanfang verschoben, feiern heuer alle - jede Spielgruppe, jeder Verein, Klassen und Schulen und Clubs. Unser Kalender ist voll. Zumal noch eine Beziehungskiste Platz haben soll. Da fällt mir dann gelegentlich auf, wie geschickt und zeitsparend es halt schon ist, wenn Familie und Beziehungskiste nicht zwei unabhängig voneinander operierende Biotope sind, sondern ein und dasselbe. Aber es ist, wie es ist, und es ist gut. Ich drücke hier und schiebe da, und nehm mir Zeit, die ich nicht habe - weil ich´s so will.

Der Große ist mit der Grundschule fertig. Es ist das erste Mal, dass er sich nicht unbändig auf die Ferien freut. Er weiß, danach kommt was Neues, und er ist sich nicht sicher, ob ihm das gefallen wird. „Wirst sehen, das wird gut“, versuche ich zu beruhigen. Aber Abschiedsschmerz tut weh, und wenn man noch so sehr auf die Zukunft vertraut. Das Mädel will vor den großen Ferien – sie wird vier Wochen am Stück verreist sein – nochmal alle ihre Freund*innen und Lieben treffen. Auch das will gut geplant sein. Und ich selbst bin - das Glück ist mir hold und ich bin eingeladen - auf Festivals, oder am See, und einmal habe ich in den Gassen getanzt bis die Polizei kam. Die Zeit ist immer zu wenig, aber hin wie her - das Leben ist schön.

Wobei – es hat mitunter seine Tücken. Ich bin mit dem 9Euro-Ticket auf ein Festival in der Nähe gefahren. Der Zug war voll. Ein Herr setzte sich mir gegenüber, der die Dame hinter mir bat, eine Maske aufzusetzen. Diese brummelte was von „Unfug!“ und der Herr bestand freundlich auf „trotzdem!“. Mir war´s nicht Unrecht. Ich versenkte mich wieder ins Lesen und schrak kurz danach auf, weil vorn im Waggon Geschrei war. Ein junger Mann brüllte auf einen älteren ein, von dem ich nur das blassblaukarierte Hemd und den weißen Hinterkopf sah. Der ältere saß, der jüngere hatte sich drohend vor ihm aufgebaut und schrie immer lauter, der andere solle seinen Sohn nicht anschreien – wovon ich nichts gehört hatte. Er solle sich ja nicht anlegen, sonst bekäme er eine, usw, immer lauter, immer aggressiver. Einige riefen „He!“, ich stand auf und ging hin. Der ältere Mann blieb leise, flüsterte fast „ja, ja, ja“ und machte beschwichtigende Gesten, die wirkungslos blieben. Aus der Situation befreien konnte er sich nicht. Ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn ein anderer mich überholt hätte, hinter mir war Bewegung, aber es kam niemand, und so war ich es, die neben dem älteren und vor dem jungen Mann stand. Und vielleicht war das ganz gut, ein Kerl hätte ihn eventuell provoziert, rein durchs Geschlecht, weil das Kämpfen bisweilen halt doch drinsteckt. Der junge Mann brüllte „er soll das Kind in Ruhe lassen“. Das saß dem älteren Herrn schräg gegenüber ganz still und reglos. Der ältere rang um Fassung und Frieden, und ich stand vor dem jungen Vater und hob beruhigend die Hände „alles gut“, immer wieder, wie ein Mantra. Natürlich war NICHT alles gut, aber es war die Formel, die mir als Erstes einfiel. Es war eh weniger Denken, als Bauchgefühl, was bei mir am Werk war. „Ob er etwas gegen Zigeuner hätte?“, schrie der junge Mann, „das sei er nämlich und er kenne das – dass es immer Ärger gebe“. Herrje. Das war gar nicht Thema und niemandes Gedanke gewesen. Man sah ihm an, dass er oder Vorfahren zugewandert waren, aus dem Süden, dem Osten, woher auch immer. Aber niemand hätte ihn einer bestimmten Volksgruppe zugeordnet. Er hat den seinen wohl keinen Gefallen getan. Er wollte sich nicht beruhigen lassen. Was auch immer es für eine Wut war - der Anlaß war dies Toben nicht wert. Später habe ich erfahren, dass der Bub immerzu mit dem Fuß gegen den Mülleimer geballert hatte, was unangenehm scheppert, und der ältere Fahrgast hatte den Vater, der mit anderen jungen Männern gegenüber des Ganges in einer anderen Viersitzgruppe gesessen war, gebeten, etwas zu unternehmen. Immerhin nahm der junge Mann mich als Grenze wahr, die er nicht überschritt. Er brüllte immer ärger, wer seinem Sohn etwas tue, bekomme es mit ihm zu tun, usw, und schließlich beugte er sich dem älteren Herrn zu und klopfte ihm vor die Brust, „ich geb Ihnen eine. Waren SIE immer brav?“. Als aber auch ich vortrat, machte er einen Schritt zurück, was dem Herrn, der sich an dem Scheppern gestört hatte, etwas Luft verschaffte. „Wollen Sie sich nicht vielleicht anderswo hinsetzen?“ fragte ich ihn - er hätte meinen Platz haben können. Er stand sofort auf und nahm seine Tasche. Der tobende Vater schickte sich an, ihm nachzusetzen, aber ich stellte mich dicht vor ihn und legte ihm die Hand auf die Brust, wie ein Stoppschild. „Alles gut“. Ohje. Er blieb stehen, und als der Alte weg war, ging auch ich.

Friede, und nicht mehr drüber reden, damit auch der aufgebrachte Vater zur Ruhe kommt. Mein Platz war noch frei, und der Mann mir gegenüber verbat den Umsitzenden den Mund. „Schluß jetzt!“ Und es war Schluß, und ich griff wieder nach meinem Lesestoff und war baff, wie sehr es unter der Oberfläche brodelt, wie schnell die Aggressionen hochkochen, wie schnell es ausartet.

Das Festival war schön, einfach, weil Sommerfestival schön ist und mir meine kleine Reise gefiel. Meine Musik war es nicht, eher so Schlager-Pop-Volksfest-Mucke, und NACH dem Konzert kam Musik aus der Konserve im Ballermann-AprèSki-Stil, „Layla“ inklusive, auch so ein Ballermannhit der untersten Schublade. Der soll also, wie von den jeweiligen Veranstaltern gewünscht, auf deren Festen nicht gespielt werden. Der FDP-Justizminister Buschmann wähnt das ein ungerechtfertigtes, staatliches Verbot, was es nicht ist. Ein Veranstalter darf mit Fug und Recht sagen, was er will und was nicht. Aber das ist halt die FDP. Man gibt sich gerne gescheiter als man ist. Wenn es nicht die Besserverdiener wären, die in ihrem Konsumrausch bereit sind, Haus und Hof und Stumpf und Stiel zu verheizen, müsste ich Mitleid haben. Folgen konsequent dem eigenen Vorteil und Vergnügen, wie Kinder, die ständig „ich will auch!“ schreien – aus Angst, sie kommen zu kurz. Völlig verloren. Völlig daneben. Es gibt keinen zwingenden Grund, weswegen Partysongs so wüste Texte haben müssten. „Layla“ ist noch lange nicht der Schlimmste; da gibt es welche, in denen Behinderte verunglimpft, Vergewaltigungen verharmlost, Frauen zum Objekt für Rudelbums degradiert werden, einiges habe ich auch schon in Rottweiler Fasnetsbesen gehört. Das mag von der Kunstfreiheit gedeckt sein – ich finde es dennoch in Ordnung zu sagen, das ist unterste Schublade - die bleibt zu! Und ich frage mich - es kommt sowieso nicht auf den Text an, es braucht halt einen leicht eingängigen Beat und einen Refrain, der sich auch besoffen mitgrölen lässt. Es können auch weniger hässliche Worte sein. Da ist eine Lust am Wüten und Wüsten – furchtbar.

Ich selbst habe alte Liedtexte rausgekramt und lerne auswendig. Das sei eine gute Gedächtnisübung, heißt es, und ich hätte gerne ein Repertoire, das ich ohne Schummeln vor mich hin trällern kann. Rock, Folk, Pop und Kirchenlieder. Meine Mutter hat öfter erzählt, wie sie am Sterbebett der Großmutter zusammen mit meiner Tante Kirchenlieder gesungen hat. Wenn sie das gut fand, denke ich mir, wünscht sie sich das vielleicht auch. Nun geht es meiner Mutter derzeit erfreulich gut. Aber ich will vorbereitet sein – und ich muss die Texte ja auch in den Kopf bekommen. So liegt also obenauf „Von guten Mächten wunderbar geborgen“, meine Mutter mag es sehr. Von der Freude an der Sonne Glanz singe ich gerne. Aber „… reichst du uns den schweren Kelch, den bittern, des Leids gefüllt bis an den höchsten Rand, so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern…“ – das will mir nicht von den Lippen. Leid gibt es, da mache ich mir nichts vor. Wenn es Krankheit nicht gäbe, wüsste man Gesundheit nicht zu schätzen. In der Liebe ist der Herzschmerz quasi angelegt. Ohne Tod wüsste man nicht, wie wertvoll Leben ist. Ohne blöd kein klug, ohne gut kein schlecht. Es steckt das eine im anderen. Das weiß und akzeptiere ich, auch die Zumutungen, die eben dies mit sich bringt. Aber „dankbar“  geht mir dann doch zu weit. Da wird´s schnell fies. Leute schlugen schon und nannten es Liebe. Aber so geht das nicht zusammen. An Krisen und Lektionen kann ich vielleicht wachsen und im Nachhinein froh sein über neue Stärken, aber aushalten und lernen muss ich schon selbst. Vielleicht ist Aushalten leichter mit einem Glauben; in dem Fall gälte die Dankbarkeit dieser Kraft, okay, aber nicht dem Leid und dessen Spender. Krankheit, Trauer, Corona, Klimaerwärmung, Krieg – mit Dankbarkeit wird das auch nicht besser. Ich will das Wort ersetzen mit „kraftvoll“. Das geht. „Kraftvoll ohne Zittern“.

Ich halte die Krisen aus, indem ich sie nicht an mich ranlasse. Ich stelle mich darauf ein und schiebe weg. Derzeit kenne ich einige, die wieder Corona hatten bzw haben. Ich selbst gehe, zumindest zu den Stoßzeiten, mit FFP2-Maske einkaufen. Aber es ist mir auch egal, wenn andere das nicht tun. Seltsamerweise ist vielen Nicht-Maskenträgern nicht egal, wenn andere sie tragen. Ich kenne Maskenkritiker, die absichtlich husten, sobald sie die Gelegenheit wittern, Unsicherheit zu verbreiten. Es ist überhaupt schon ein seltsames Ding mit dieser Freiheit. Die nach Freiheit schreien sind da viel kleinkarierter. Jeden Montag höre ich sie pfeifen und krakeelen, und jeden Montag denke ich, dieser Mischmasch an Forderungen und Parolen kommt doch eigentlich viel eher daher als Lust am Krawall. Es ist mittlerweile vollkommen schnuppe, wer was schreit. Es wollen halt alle irgendwas schreien. Der Lärm ist ohrenbetäubend. Er diene einem hehren Zweck - er solle „aufwecken“. Intoleranz ist gerne anmaßend.

Es ist Krieg. In Deutschland nicht erklärt und nicht akut geführt, aber omnipräsent und bestimmend. Es ist Krieg. Ich verfolge ihn nicht, ich nehme ihn hin. Wenn alle meinen, es muss, dann soll es wohl so sein. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Es ist mir zuviel, und ich schiebe auch dies weg. Ich bereite mich seelisch, moralisch und ganz pragmatisch auf einen evtl ungemütlichen Winter vor und bin dabei gewillt, diesem so viel Gemütlichkeit wie möglich abzutrotzen. Ich habe keine Angst vor ein paar Härten. Ich hätte sie nur lieber für auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz ausgerichtete Politik und Wirtschaft ausgehalten, als für diesen Krieg. Vielleicht muss er sein, vielleicht kann man jetzt nicht zurück. Ich weiß es nicht. Aber ich werde das Gefühl nicht los, es ist dennoch ein weiterer unnötiger, vermeidbarer Krieg. Wenn man früher schon anders gehandelt hätte, wenn man nach dem Ende des Kalten Kriegs nicht so tollkühn so viele Fässer aufgemacht hätte, wenn man etwas besonnener agiert hätte und weniger gierig, überhaupt – wenn weniger Hybris und Gier mit am Zug wären -.

In Russland regieren ein revisionistischer Autokrat und ein Clan Oligarchen, und das mit viel Druck und Willkür. Sie pflegen einen für mich absurden Männlichkeitskult und ein reaktionäres Familien-und Gesellschaftsbild, das vielen nicht sehr viel Wahl lässt, das viel Unglück mit sich bringt. Dafür gibt es durchaus glaubwürdige Anzeichen. Trotzdem stelle ich mir manchmal vor, wie man in Russland wohl auf uns schaut. Milliardäre gibt es in der westlichen Welt auch, sehr wenige sehr sehr Reiche, neben sehr vielen sehr armen, Völlerei neben Hunger. Und bestimmen tun die Reichen. Und wenn man schwarz und arbeitslos ist und in Amerika lebt, glaubt man, gut möglich, auch nicht unbedingt an einen Rechtstaat; wenn man Trump anschaut nicht an eine Demokratie. Was haben wir Russland – aus deren Sicht – also voraus? Ich lebe lieber hier, in einer starken Zivilgesellschaft, die mir viele Möglichkeiten lässt, und ich vertraue bei allen Mängeln und Tücken Demokratie und Rechtstaat. Aber zu einem so überzeugten, patriotischen „wir sind die Guten!“ bin ich nicht fähig. Dies „Gut gegen Böse“ – das klingt mir etwas gar zu simpel.

Krieg ist immer ein Zeichen, dass wo was wirklich mies lief oder läuft und den Leuten nichts Gescheiteres einfällt als aufeinander einzudreschen und wenn nicht zum Erreichen ihrer Ziele, dann wenigstens, damit Platz ist für einen neuen Anfang. Das ist leichter, als mit Bestand umzugehen. Krieg ist Unvermögen, es besser zu machen.

Apropos „Neuanfang“ und „Bestand“: etwas an mir vorübergezogen ist auch, dass im September ein neuer OB in der Stadt gewählt wird. Ich hatte mich an den jetzigen durchaus gewöhnt. Ich schätze, er hat die Stadt gut verwaltet und seine Geschäfte tadellos und fehlerfrei geführt. Ich war nicht da, als er das erste Mal ins Amt kam, ich habe ihn nicht gewählt. Aber wie man ihn auch gesehen haben mag – irgendwie ging´s dann wohl für alle in Ordnung. OB sein in einer Kleinstadt – da man muss halt mit allen irgendwie können. „Kann mit allen, sagt „ja“ und macht, was er will“, hatte mal jemand über ihn gesagt. Kann schon sein. Wobei nichts Schlechtes daran ist, zu tun, was man will. Tue ich auch. Wie hieße denn die Alternative? – tun, was man NICHT will? Auch blöd. In einer Demokratie entscheiden am Ende Wahlen. Und so freue ich mich jetzt also über diese Wahl. Vielleicht wird es ja tatsächlich mal was Neues. Die Hoffnung bleibt. Es ist im Städtle wie in der großen Politik – ich stehe bisweilen da und staune und frage mich, wann „sie“ endlich anfangen, auf die Erfordernisse der Zeit entsprechend einzugehen. Neue Wohn- und Verkehrskonzepte, nachhaltige Energiegewinnung, weniger Müll, mehr Grün, all sowas. Es leben zu viele Menschen auf  der Welt, als dass es jedem seinen Hof in Wald und Flur gäbe. Leben in unserer Zeit ist überwiegend eines in Städten, und das ist gut so. Rottweil, der Stadtkern, war so lange irgendwie Projekt, sollte Touristen anlocken oder Kauflustige, sollte alles Mögliche sein – selten ging es um „Wohnort“. Familien zieht es nach wie vor an die Stadtränder. Das mag gute Gründe haben, ist aber eine falsche Entwicklung. Städte sind, nicht nur, aber allem voran zum Wohnen und Leben da. „Rottweil hat eine stolze Geschichte, aber das Beste kommt noch“ (Zitat Simon Busch). Klingt schon gut. Wie „yes, we can“. Aufbruch, nicht Verzagen. Es gibt sicher unterschiedliche Interpretationen, was „das Beste“ sein kann. Wenn es bedeutete, es leben mehr Familien und Leute in der Stadt, ressourcenschonend, nachhaltig und einander wohlgesinnt den öffentlichen Raum nutzend, dann fände ich das schon cool.

Nicht jeder OB will den „bad guy“ geben. Tübingens OB Palmer übertreibt bisweilen. Ich bin mir unschlüssig, wieviel Selbstverliebtheit in seiner Lust an der Provokation liegt. Aber die Idee mit der Verpackungssteuer hat mir gefallen, und ich gab ihm innerlich Recht, als er sagte, wenn die Gesetzeslage sinnvollem, nachhaltigen Handeln im Weg steht, dann braucht es andere Gesetze. Ein OB, der Rottweil als Wohnort und Zukunft als etwas versteht, was heute anfängt, und ein Ex-OB im OB-Verband, die könnten doch zusammen was zuwege bringen, stelle ich mir vor.  

Ich sag´s ja immer. Es ist gar nicht so sehr Silvester – im Herbst sortieren sich die Dinge neu. Ich bin gespannt. Aber bis dahin segle ich noch eine Weile durch Stadt und Land, den Nöten davon, kraftvoll und ohne Zittern.

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