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Ich habe eine Mahnung der EnRW bekommen, Ende Januar, über 24 Euro plus Mahnkosten. Betrifft den Januarabschlag, bei dem ich zu wenig gezahlt hätte. Der Nachschlag sei zahlbar innerhalb der nächsten 10 Tage , oder sie leiten ein Verfahren zur Einstellung der Versorgung ein. Ich bin überrascht. Ich bezahle den Abschlag pünktlich per Dauerauftrag und habe den auch im Dezember, als man wegen staatlichen Erlasses gar nicht hätte zahlen müssen, nicht ausgesetzt. Ich habe somit ja wohl ein Guthaben, quasi. Ich frage nach. Der Abschlag für Wasser - und Abwasser sei zum Januar erhöht worden, vielleicht hätte ich die Post nicht bekommen. Vielleicht. Vielleicht ist sie auch untergegangen. Mein Schreibtisch war zwischendurch mal ziemlich unübersichtlich. Ich verstehe, überweise, ohne Mahnkosten, und ändere den Dauerauftrag ab. Aber ich finde das Tempo dieses  Mahnverfahrens dennoch erstaunlich und den Ton unangemessen. Versorgungseinstellung! Meines Wissens nach bei der Wasserversorgung auch gar nicht zulässig - Wasser ist lebensnotwendig und muss bereitgestellt werden. Ich hasse solche Anmaßung und Überheblichkeit von Unternehmen, die ihre Macht austoben.

Der Bub feiert seinen 11. Geburtstag. Mittlerweile geht er wie die meisten seiner Freunde in die 5. Klasse, und so kommt auch ein ehememaliger Klassenkamerad, der mittlerweile aufs humanistische Gymnasium der Stadt geht. Er ist der Erste der Gäste, und wir üben uns in Konversation. Der zweite Gast ist ein Junge, der in die 4. geht und auf dasselbe Gymnasium will, vielleicht aber auch auf das neusprachliche nebenan, oder auf die Realschule. "Keineswegs soll er aufs neusprachliche Gymnasium, und auch nicht auf die Realschule!", echauffiert sich der Erste, "dort seien alle "Schmutz"". Ichfrage erschrocken nach, "Schmutz? - Wieso?"  Sie haben manchmal Ärger mit denen. Ein Mal zum Beispiel seien sie von denen mit Schnee beworfen worden, weil sie ein Tor zurückforderten, das sie reserviert hatten, das aber gerade die anderen benutzten. Und ich frage mich, wer in dieser Geschichte der Fiese ist.

Auf Twitter und ein paar mehr oder weniger seriösen Medien regt man sich auf über zwei junge Klimaaktivisten, die nach Thailand geflogen sind. Blöderweise firmiert das Thema unter dem Hashtag Bali. Bali ist nicht in Thailand! Und ich verstehe die Aufregung auch nicht. Das ist kein Badeurlaub, wie in manche zwei Mal im Jahr machen - im Sommer nach Ibiza, im Winter nach Mexiko, und zwischendurch zum Shoppen nach New York und zum Frühstück nach Paris. Das ist eine Reise, wie man sie nur ein - zwei Mal im Leben macht. Wir leben in einer globalisierten Welt, und ich finde nur richtig, wenn junge Leute die auch mal erfahren und sich in fremden Kulturen bewegen. Es geht beim Klimaschutz was den privaten Konsum betrifft ja auch nicht um Generalverbote - es geht um Reduzieren. Ich finde die Art und Weise, wie Klimaaktivisten diffamiert werden, oberübel. Als müsste man selbst Asket sein, um für mehr Bescheidenheit einzutreten. Klimaschutz braucht nicht jugendliche Vorbilder, er braucht eine stärkere Lobby.

Bekannte haben eine Löffelliste - Dinge, die sie tun wollen, bevor sie den Löffel abgeben. ´Fand das adrett. Erzähls dem Freund. Der versteht den Sinn nicht und sagt, er tut IMMER vorrangig Dinge, die er tun WILL, und das NUR vor Abgabe des Löffels. Jetzt weiß ich auch nich mehr-

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