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Deißlingen kriegt Aushub vom Flughafentunnel

BauLog-Chef Gfrörer: "Wir stehen mit dem Rücken zur Wand"

Der Aushub vom Flughafentunnel kommt nach Lauffen, das beschloss der Deißlinger Gemeinderat jetzt. Allerdings keineswegs einhellig, fünf Räte stimmten dagegen, einer enthielt sich. Knackpunkt war die Tatsache, dass der Aushub mit LKWs angeliefert wird und nicht mit der Bahn wie die Erde, die aus der Stuttgarter Bahnhof-Baustelle in die ehemaligen Gipsgruben gebracht wird. Zudem sind die inzwischen aufgefüllt, also wird mit dem, was jetzt kommt, eine künstliche Hügellandschaft angelegt.

Die ehemaligen Gipsgruben bei Lauffen wurden mit S 21-Aushub verfüllt. Jetzt kommt noch welcher vom Flughafentunnel dazu. Allerdings nicht wie bisher mit der Bahn, sondern mit LKWs.
Foto copyright Rottweil inside

Uwe Gfrörer, Chef von BauLog Stuttgart 21, das den gesamten Aushub von Stuttgart 21 entsorgt, warb persönlich bei den Räten für das Vorhaben. Zunächst sei geplant gewesen, den Aushub auf die Schwäbische Alb zu bringen, doch dann habe sich herausgestellt, dass sehr viel Sulfat im Boden ist. Und da der immer da hin muss, wo die Bodenzusammensetzung dem Aushub entspricht, kam eben Lauffen ins Spiel. Denn sulfathaltiger Boden bedeutet Gips, und davon hat man hier gerade genug.

400.000 bis 500.000 Kubikmeter werden für den Tunnel ausgebaggert. Und die werden im hinteren Bereich des Abbaugebiets, beim Stallberg, angehäuft, bis Ende 2023. 60 LKWs pro Tag, das gefiel beispielsweise Tobias Vierkötter von der SPD nicht. "Der Deal damals war die Anlieferung per Bahn", es sei zu befürchten, dass die Laster wegen der B 27-Baustelle an der Saline durch den Ort fahren. Zudem wolle Deißlingen ja nachhaltig sein, und eine landschaftliche Verbesserung sehe er auch nicht in den geplanten Hügeln.

Bürgermeister Ulbrich gab zu  bedenken, dass der Lauffener Ortschaftsrat den Plänen bereits zugestimmt hatte. Zudem sei Deißlingen die nächstgelegene Möglichkeit, "ist es zu verantworten, dass der Aushub noch 100 Kilometer weiter transportiert wird?" Das betonte  auch Uwe Gfrörer: Zwar gebe es im Hohenlohischen auch Möglichkeiten, den Aushub loszuwerden, aber die Strecke sei dann eben entsprechend länger.

"Es gab vor 15 Jahren ein Aufatmen im Kreis Rottweil, dass die Löcher überhaupt verfüllt werden können." Und meinte die Löcher, die durch den Gipsabbau der Firma Knauf entstanden. "Wir stehen mit dem Rücken zur Wand und müssen die letzten 400.000 bis 500.000 Kubikmeter unterbringen", gab der BauLog-Chef zu. Und immerhin habe man bereits Flächen hektarweise dem Naturschutz zurückgegeben. Um den sorgte sich Bruno Bantle (SPD): Durch den Aushub werde ein Biotop gefährdet, in dem sich inzwischen schon Frösche angesiedelt hätten. "Das Biotop darf nicht verschwinden, darauf legt auch Knauf Wert", beruhigte Bürgermeister Ulbrich. Planer Axel Dörr, der den BauLog-Chef begleitete, stellte dann aber dar, dass das Feuchtbiotop durch die neuen Hügel in einem Loch verschwinden und dadurch abgeschnitten wird. "Das Biotop wird eingehen", betonte Timo Hirt (CDU), der selbst Landschaftsplaner ist und stellte klar: "Es muss woanders eins zu eins wieder hergestellt werden."

Dass der Transport nur mit LKWs möglich ist, erläuterte Uwe Gfrörer. Es gebe am Flughafen keine Möglichkeit, den Aushub auf Bahnwaggons zu verladen. "Da kommt ganz schön CO2 zusammen", merkte Georg Röhrle (SPD) an. "Die Bahn hat die Umschlagplätze rückgebaut", erläuterte Ingenieur Axel Dörr. "Es gibt nix, wo wir auf den Zug kommen. Da müssten wir nach Stuttgart reinfahren", ergänzte Gfrörer. "Eventuell  haben wir in zwei Jahren die Möglichkeit, in Horb auf Züge zu verladen, aber jetzt nicht." Er gab auch zu bedenken, dass auch jetzt schon täglich 60 LKWs ins Gelände unterwegs sind. Und sollten die, wie manch ein Rat berichtete, auf Abwegen unterwegs sein, solle man ihm das Kennzeichen geben. "Das wird sofort abgestellt!" Bernd Krause (CDU) befürwortete das Vorhaben, "dann können wir endlich alles rekultuvieren." Und seine Fraktionskollegin Karin Schmeh meinte: "Wir reden hier über anderthalb Jahre. Dann hebt das 100 Jahre!"

Die ehemaligen Gipsgruben bei Lauffen wurden mit S 21-Aushub verfüllt. Jetzt kommt noch welcher vom Flughafentunnel dazu. Allerdings nicht wie bisher mit der Bahn, sondern mit LKWs.
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