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„Rottweil sitzt“ – Innenstadt wird aufgemöbelt

Stadt Rottweil: Gewinner-Modelle aus Wettbewerb können endlich aufgestellt werden
copyright Stadt Rottweil
Ab sofort heißt es in der Innenstadt: „Rottweil sitzt“: Winfried Ehrler (links) und Gerold Stumpp (rechts) vom städtischen Betriebshof montieren die Bänke vom Typ „Ça va“. Die Sessel vom Typ „Combo“ folgen in den nächsten Tagen

Die Siegermodelle des Ideenwettbewerbs „Rottweil sitzt“ sind nun fertiggestellt, TÜV-geprüft und in Rottweil angekommen. Auf einem Ensemble der Modelle kann ab dieser Woche auf dem Kapellenhof „probegesessen“ werden.

Auf die Suche nach einer langfristigen Lösung für eine innovative, nachhaltige und vor allem bequeme Innenstadt-Möblierung hat sich die Stadt Rottweil bereits im Jahr 2018 gemacht. Nachdem es eine Schüler-Firma des Leibniz-Gymnasiums mit bunten Paletten-Möbel als Provisorium bereits geschafft hatte, die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu steigern, verlangte es nach etwas Dauerhaftem.
 
„Die Möblierung sorgt für mehr Aufenthaltsqualität in unserer historischen Innenstadt. Da Sitzmöbel von der Stange nicht in Frage kamen, entstand die Idee, das Projekt an kreative Köpfe einer Hochschule zu vergeben“,berichtet Oberbürgermeister Ralf Broß aus der Anfangszeit des Projekts.
 
Die Stadt rief daraufhin gemeinsam mit dem Rottweiler Bildhauer Jürgen Knubben zum Ideenwettbewerb „Rottweil sitzt“ auf. Infolgedessen setzten sich Studenten der staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart gemeinsam mit Professor Dr. Uwe Fischer mit dem Thema „Sitzen und Verweilen im öffentlichen Raum" auseinander. Eine Jury aus Vertretern der Stadtverwaltung, des Gemeinderats, des Gewerbe- und Handelsvereins und des Dachverbands kulturottweil inspizierten und prämierten die Arbeiten. Nach einer Testphase der ausgewählten Prototypen auf dem Kapellenhof, bei der auch Rottweiler selbst ihre Meinung dazu abgeben durften, entschied sich der Gemeinderat im Juni 2020 für ein Ensemble aus den beiden erstplatzierten Vorschlägen. „Wir sind sehr stolz, dass wir mit dem Aufstellen unserer Kunstwerke zum Sitzen nun auch zum Wohlfühlcharakter der Stadt beitragen“, freuen sich die beteiligten Studenten.
 
Regulär sollten die Sitzmöbel bereits zu Ostern aufgestellt werden. Pandemiebedingt, um nicht zu viele Besucher in die Innenstadt zu locken, hatte Stadtverwaltung diesen Termin verschoben. Aber jetzt ist es soweit und das Warten hat ein Ende. Ab Mittwoch, 9. Juni, heißt es „Rottweil sitzt“ auf neuen, innovativen Sitzmöbeln. Die Sitzgruppe besteht aus sieben Stühlen der Reihe „Combo“ und drei Bänken der Serie „Ça va“ und wird vor der Kapellenkirche aufgestellt. Die Bänke „Ça va“ wurden vom städtischen Betriebshof bereits installiert, während die Sessel vom Typ „Combo“ noch in den nächsten Tagen ergänzt werden. „Die moderne Platzgestaltung rückt das einmalige historische Ambiente des Kapellenhofs in ein ganz neues Licht“,beschreibt Initiator Jürgen Knubben das geschaffene Flair.
 
Sitzplätze im Herzen Rottweils sind begehrt – bewähren sich die Studenten-Möbel über den Sommer, könnten für die nächsten Jahre weitere angeschafft werden. „Sitzgelegenheiten sorgen für Entschleunigung und mehr Lebensqualität. Da der Bedarf zu mehr Sitzgelegenheiten da ist, haben wir uns dazu entschieden, die Innenstadtmöblierung für diese Saison temporär zu erweitern“, so Ines Gaehn, Abteilungsleiterin der Abteilung Wirtschaftsförderung, Tourismus und Stadtmarketing. „Die Paletten-Möbel der Schülerfirma wurden in den letzten Jahren durch Wetter und Vandalismus sehr in Mitleidenschaft gezogen, weshalb wir diese leider nicht mehr nutzen können“, so Gaehn weiter. Die Zwischenlösung wird bunt. Mit farbenfrohen Sitzbögen und -kreisen aus rotationsgeformtem Polyethylen werden visuelle Highlights in der Stadt aufgestellt.
 
„Die Möbel sind nicht nur praktische Sitzgelegenheiten, sondern können gleichzeitig auch als moderne Kunstobjekte wahrgenommen werden. Damit schließt sich der Kreis zurück zum künstlerischen Aspekt des Ideenwettbewerbs“, erklärt Bürgermeister Dr. Christian Ruf. Vor allem der Hintergrund, dass die mit Wasser oder Sand gefüllten Möbel flexibel umgestellt, und so im nächsten Jahr auf Spielplätzen oder in Kindergärten weitergenutzt werden könnten, haben sich auch die Volksbank Rottweil und die Kreissparkasse Rottweil finanziell an der Aktion beteiligt.

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