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Parkhaus am Nägelesgraben: Entscheidung erst nach Einwohnerversammlung

Oberbürgermeister Ralf Broß spricht sich für breitere Diskussion der Parkhaus-Pläne aus
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Oberbürgermeister Ralf Broß

Oberbürgermeister Ralf Broß schaltet sich in die Debatte um das geplante Parkhaus am Nägelesgraben ein. „Angesichts der damit verbundenen verkehrspolitischen Weichenstellungen besteht spürbar noch Informations- und Diskussionsbedarf in der Bürgerschaft.“ Vor einer Entscheidung durch den Gemeinderat schlägt Broß daher eine Einwohnerversammlung im Oktober vor. Der ursprünglich für die Gemeinderatssitzung am Mittwoch angesetzte Tagesordnungspunkt „Multimodaler Verkehrsknoten Nägelsgraben“ wird auf einen späteren Zeitpunkt vertagt.

„Ziel des Gemeinderats und der Stadtverwaltung ist eine Entlastung der Innenstadt vom Autoverkehr, eine Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs und ein Ausbau der Radwegeinfrastruktur. Die Maßnahmen sind Teil eines umfassenden Mobilitätskonzepts, das wir mit dem Gemeinderat gemeinsam entwickeln“, betont Broß. Ihm ist es wichtig, die Zusammenhänge zu erklären: „Ausgangspunkt ist die Innenstadt: Wir wollen die Busse vom Friedrichsplatz verlagern, um am Nägelsgraben einen leistungsfähigen Bus-Umsteigeplatz zu gestalten.“ Dieser ÖPNV-Knoten soll aber „multimodal“ werden. Gemeint ist damit eine Verzahnung beispielsweise mit Car-Sharing-Angeboten, E-Bike-Ladestationen aber eben auch mit Parkplätzen mit einer Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge.
 
Broß betont: „Der Nägelesgraben ist ein Beitrag zur Mobilitätswende, hier schaffen wir Raum für die vernetzte Mobilität der Zukunft – was am Friedrichsplatz aufgrund der beengten Verhältnisse gar nicht möglich wäre.“ Der Friedrichsplatz soll stattdessen künftig wieder als Platz mit Aufenthaltsqualität erlebbar werden, Raum für Außengastronomie bieten und vor allem auch für Fußgänger und Radfahrer attraktiver werden. Für die neue Mobilitäts-Drehescheibe Nägelesgraben müssen aber die bisher dort ebenerdig angeordneten Parkplätze weichen. „Auch wenn wir den Radverkehr und den ÖPNV nach Kräften fördern: Im ländlichen Raum wird das Auto auch künftig eine große Rolle spielen. Wir werden weiterhin Parkplätze brauchen“, betont Broß.
 
Die Lösung der Verkehrsplaner sieht daher vor, die Autos künftig in mehreren Ebenen übereinander zu stapeln. Das in Rottweil bereits vom Gemeinderat angestoßene Parkraummanagement verfolgt den Ansatz, Stellplätze im öffentlichen Straßenraum zu reduzieren und zu bündeln. „Ich verstehe, dass die Summe der Einzelmaßnahmen unseres Mobilitätskonzepts Fragen aufwirft, insbesondere ob ein zusätzliches Parkhaus notwendig ist und ob es bessere Lösungen gibt. Wir sollten dies gemeinsam und sachlich diskutieren“, lädt der OB zum Dialog ein. „Eine Einwohnerversammlung ist dazu das richtige Forum.“
 
Als Grundlage für die weitere Diskussion sollen auf Anregung des Gemeinderats die verschiedenen Varianten des geplanten Parkhauses im Modell dargestellt werden. Dabei wird die Stadtverwaltung auch die Möglichkeiten von Untergeschossen aufzeigen. Ebenso soll die Bedarfsprognose zur künftigen Stellplatzzahl soll im Rahmen der Bürgerversammlung vorgestellt und erläutert werden. Broß tritt in seiner Stellungnahme nicht zuletzt dem Eindruck entgegen, dass ein beliebter Kinderspielplatz mit Grünfläche einfach dem neuen Mobilitätskonzept weichen muss: „Es geht vorrangig um die Fläche, auf der bislang die Touristenbusse parken. Zudem ist es im Zuge einer Neugestaltung im Nägelesgraben unser Wunsch, den vorhandenen Spielplatz über ein Band weiterer Spielgeräte mit dem vorhandenen Wasserspiel unterhalb des Gefängnisses zu verbinden. Damit könnte ein Mehrwert für Familien mit Kindern entstehen.“
 

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