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"Die Alternativen zum motorisierten Individualverkehr stehen viel zu wenig im Vordergrund"

Rede von Ute Bott bei der Einwohnerversammlung Mobilität am 25.10.2021
copyright Rottweil inside
Ute Bott, Sprecherin der Fahrraddemo, mit ihrem Statement auf der Einwohnerversammlung

Lieber Herr Oberbürgermeister Broß, liebe Mitbürger:innen!

Heute geht es um die Mobilität in unserer Stadt. Im Focus der Diskussion steht das Parkhaus am Nägelesgraben. Bei der Entscheidung für oder gegen den Bau des Parkhauses geht es nicht um irgendein Gebäude. Ein neues Parkhaus wirkt sich konkret auf den Verkehr in unserer Stadt aus. Und das auf viele Jahre hin!

Entscheidend ist die Frage: Verändert ein neues Parkhaus die Zukunft der innerstädtischen Mobilität positiv oder negativ? Ist der Bau des Parkhauses das richtige Signal, oder müssen wir die Probleme nicht von einer ganz anderen Seite anpacken?

Unsere aktuelle Verkehrssituation in der Stadt ist geprägt von einer starken Dominanz des Autos. Rad- und Fußverkehr müssen sich unterordnen. Insbesondere die Radfahrer:innen sind tagtäglich mit gefährlichen Situationen konfrontiert. Wer auf den ÖPNV angewiesen ist, muss viele Einschränkungen in Kauf nehmen.

Wie geht die Stadt nun bei der Erstellung des Mobilitätskonzeptes vor?

In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Verkehrszählungen Planungen durchgeführt. Diese bezogen sich letztlich immer wieder auf den Status quo, die Priorisierung des Autoverkehrs.

In jüngster Zeit will man lenkend eingreifen, die Maßnahmen betreffen aber weiterhin hauptsächlich die Autoinfrastruktur: Parkhaus, Parkleitsystem und nochmal Parkhaus. Untersuchungen zeigen, dass neue Parkmöglichkeiten neuen Autoverkehr erzeugen und den Umstieg auf den Umweltverbund oftmals verhindern. Die Verlegung des ZUP ist zu begrüßen. Ein verändertes Mobilitätsverhalten ist hier jedoch nicht zu erwarten.

Wie können wir echte Veränderungen herbeiführen?

Die Alternativen zum motorisierten Individualverkehr stehen viel zu wenig im Vordergrund. Sie wurden jahrelang vernachlässigt und müssen vorrangig gestärkt werden!

HIER liegt das Potential der Veränderung und HIER müssen die finanziellen Mittel Verwendung finden.

Wenn wir den Blick auf die Städte werfen, die eine Verkehrswende in diesem Sinne schon vollzogen haben,

sehen wir die Vorteile deutlich: Eine hohe Lebensqualität für alle Einwohner:innen, Stärkung der Gastronomie und des Einzelhandels und nicht zuletzt den wichtigen Beitrag auf dem Weg zur Klimaneutralität. Voraussetzung hierfür ist eine grundsätzliche Neustrukturierung des ÖPNV, damit dieser für viele Menschen ein zuverlässiges Fortbewegungsmittel darstellt. Ein sicheres, durchgängiges Fahrradnetz ist analog zwingende Voraussetzung für die Fahrradstadt Rottweil! Und besonders der Fußverkehr muss in allen Planungen mitberücksichtigt werden.

Wie schaffen wir es, das langfristige Ziel einer Mobilitätswende entschlossen und direkt anzugehen?

Wir brauchen zielführende Massnahmen beim Umweltverbund. Nur ein attraktiver ÖPNV und ein attraktives Radnetz können Veränderungen herbeiführen. Das wird ein aufwendiger langer Weg sein, aber er wird sich auszahlen!

Kurzfristig könnten wir Zeichen setzen mit kostenlosem ÖPNV an Samstagen und mit der Umsetzung von Popup bike lanes, vorübergehend eingerichteter Radwegen.

Die Botschaft zahlreicher Leserbriefe und Stellungnahmen und die der Petition mit mehr als 3000 Unterzeichner:innen, lautet unmissverständlich: Wir wollen die wertvollen Flächen mit hoher Aufenthaltsqualität im Nägelesgraben nicht für ein Parkhaus opfern. Wir wollen uns von der autogerechten Stadt verabschieden und eine lebenswerte verkehrsberuhigte Innenstadt anvisieren.

Mit öffentlichen Info-Veranstaltungen von Expert:innen zum Thema Mobilität und intensiven Beteiligungsprozessen haben wir jetzt eine große Chance erfolgversprechende Ergebnisse zu erzielen.

Liebe Mitbürger:innen, meinen Schlussappell richte ich an euch:

Lasst uns diesen bemerkenswerten Prozess der vielfältigen Beteiligung am politischen Geschehen fortführen und lasst uns auch als Verkehrsteilnehmer:innen selber die Mobilitätswende voranbringen!

Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit!

Eine Ergänzung mit Bezug auf die durchgeführte Einwohnerversammlung folgt.
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