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Werner Kessl besucht die ehemaligen Synagoge

Großes Engagement für die jüdische Geschichte Rottweils
copyright Moni Marcel
Historiker Werner Kessl besuchte zusammen mit seiner Tochter Ulrike (links) und Angelika und Wolfgang Braun vom Verein ehemalige Synagoge die frisch gerichteten Räume in der Kameralamtsgasse.

Jahrzehntelang hat sich Historiker Werner Kessl für die Aufarbeitung der jüdischen Geschichte Rottweils eingesetzt. Einst gründete er den Arbeitskreis ehemalige Synagoge, aus dem später der heutige Verein gleichen Namens wurde. Er forschte nach, was aus den Rottweiler Juden wurde, die von den Nazis vertrieben, umgebracht wurden. Sorgte dafür, dass Hinweistafeln an den Häusern angebracht wurden, in denen sie lebten, um an sie zu erinnern. Schrieb zusammen mit Andreas Schreitmüller, der heute Redaktionsleiter von Arte ist, die Geschichte von Ernst Iros auf, der als Julius Rosenstiel in der Hochbrücktorstraße geboren wurde und später in den USA als Filmemacher berühmt wurde.

Nun ist Werner Kessl 88 Jahre alt, und Angelika und Wolfgang Braun vom Verein ehemalige Synagoge zeigten ihm die von Matthias Kunz frisch hergerichteten Räume in der Kameralamtsgasse. Als Bub erlebte Kessl, der damals mit der Familie im Kameralamt nebenan wohnte, mit, wie die Nazis den Betsaal der damaligen jüdischen Gemeinde plünderten und das gesamte Inventar auf der Gasse verbrannten, unter den Augen der Rottweiler Feuerwehr. Das hat ihn nachhaltig geprägt und zu seinem Engagement beigetragen, diese Geschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Der Besuch im Betsaal zusammen mit seiner Tochter Ulrike war eine große Freude für ehemaligen Geschichtslehrer am Albertus Magnus-Gymnasium. Denn hier ist jetzt wieder Leben eingekehrt, die Volkshochschule hält Integrationskurse ab, an den Wänden hängen Plakate, die die jüdische Geschichte Rottweils erzählen, und bald sollen hier auch Schulklassen Geschichtsunterricht bekommen, Veranstaltungen stattfinden. Werner Kessls größter Wunsch ist damit zwar nicht in Erfüllung gegangen: Wäre es nach ihm gegangen, würden die Räume von der heutigen jüdischen Gemeinde wieder als Betsaal genutzt. Doch dafür sind sie zu klein.

Eine schöne Begebenheit erzählte Angelika Braun bei dem Besuch: Kürzlich war der Tag der offenen Tür in den frisch gerichteten Räumen, deren Eingangstür Matthias Kunz eigentlich im Original wieder herstellen lassen wollte. Doch dafür fehlte ihm ein Foto derselben, auch im Stadtarchiv fand sich keines. Doch nun erschien eine ältere Dame und überreichte ein Foto, das einst vor dieser Tür aufgenommen wurde. Zwar hatte Matthias Kunz sie inzwischen herrichten lassen, schön verglast, damit Neugierige jederzeit einen Blick hereinwerfen können, aber für ihn und den Verein ist das Foto dennoch von großer Bedeutung.


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