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Elektromobilität stößt im ländlichen Raum auf Skepsis

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Dass es auf dem Weg in die klimaneutrale Zukunft des Verkehrswesens von äußerster Notwendigkeit ist, den ländlichen Raum nicht zu vernachlässigen, sieht auch der Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Umweltausschusses im baden-württembergischen Landtag, Daniel Karrais (FDP) so. In einer Kleinen Anfrage an das Verkehrsministerium beschäftigte er sich daher mit der Entwicklung der E-Mobilität im Kreis Rottweil. In der Antwort ließen sich Trends erkennen, die Schlüsse auf die weiteren nötigen Schritte ziehen lassen würden, so Karrais.

Seit 2016 habe sich demnach die Anzahl aller angemeldeten Fahrzeuge um circa 9 Prozent erhöht, der Anteil reiner Elektroantriebe liegt jedoch nur bei einem halben Prozent. Damit sind aktuell 485 Elektroautos im Kreis angemeldet. Dies ist deutlich unter Landes- und Bundesschnitt, welcher jeweils bei etwa 1,3 Prozent liegt. „Hier zeigt sich deutlich, dass E-Mobilität gerade im ländlichen Raum auf Skepsis stößt“, sagt Karrais. Und das sei auch aus gutem Grund so; die Elektromobilität funktioniere möglicherweise in größeren Städten auf Kurzstrecken gut, jedoch gebe die Infrastruktur für Viele eine Nutzung im Alltag auf dem Land nicht her.

Dass es an Lademöglichkeiten fehle, kann man auch an den Zahlen aus der Antwort des Verkehrsministeriums sehen: Im Kreis Rottweil gibt es demnach nur 33 Schnellladestationen, von denen zehn sogenannte Tesla-Supercharger sind, die nicht von Autofahrern anderer Hersteller genutzt werden können. „Viele Menschen aus der Region pendeln täglich nach Stuttgart oder in die Ortenau. Damit die Reichweite reicht, muss man zu den recht teuren großen Modellen greifen. Das wird finanziell für viele schwierig,“ erklärte sich Karrais die Entwicklung.

Dennoch ist zwischen 2020 und 2021 ein großer Sprung in den Daten zu erkennen, die Anzahl der Hybrid- sowie Elektroautos hat sich innerhalb eines Jahres verdoppelt. Bemerkenswert sei der im Vergleich zu Elektroautos recht hohe Anteil an Hybriden (1585 Fahrzeuge). „Viele nehmen gerne die staatlichen Subventionen und Steuervorteile mit. Ökologisch sinnvoll ist das aber nicht“, sagt Karrais. „Hybride bringen nur Vorteile, wenn sie regelmäßig auch geladen werden. Leider zeigen Berichte, dass die Batterie oft ungenutzt spazieren gefahren wird. Das geht vor allem, wenn man eine Tankkarte vom Arbeitgeber hat und somit den Sprit nicht selbst zahlen muss. Der Staat setzt somit völlige Fehlanreize,“ kritisiert Karrais.  Es werde Steuergeld für eine Technologie verschwendet, die weder einen essentiellen Mehrwert für den Klimaschutz biete, noch eine große Bedeutung in der Zukunft spielen werde, so der FDP-Mann.

Generell findet Karrais den forcierten Umstieg zur E-Mobilität fragwürdig. „Allein im Kreis Rottweil fahren aktuell über 92.000 reine Verbrenner, demnach müssten nur für den Kreis eine gleiche Zahl neuer Elektroautos produziert werden. Schlauer wäre es, den Kraftstoff mit eFuels umweltfreundlicher zu machen“, so Karrais, der Vorsitzender des Umweltausschusses im baden-württembergischen Landtag ist, mit Blick auf die benötigte Produktion für ganz Deutschland. Es helfe dem Klima schließlich nicht, wenn die Verbrenner hier verkauft und anderswo auf der Welt weiter führen, während man Ressourcen für neue Fahrzeuge aufwende, findet der Abgeordnete.

„Die Erkenntnisse meiner Kleinen Anfrage sind klar: Die einseitige Fokussierung der Politik auf die E-Mobilität muss beendet werden. Gerade für den ländlichen Raum müssen auch andere Technologien in Betracht gezogen werden“, so Karrais. Der Weg der FDP in der Verkehrswende auf Technologieoffenheit in alle Richtungen zu setzen, stelle sich mehr und mehr als der richtige heraus. Nun müsse das Konsens aller Parteien werden, bis dahin sei es aber wohl noch ein langer Weg, befürchtet er.


Daniel Karrais ist Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, Sprecher für Digitalisierung und Klima der FDP/DVP-Fraktion und Landtagsabgeordneter im Wahlkreis 53 Rottweil.

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