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Bilder wie Puzzles, zum neu zusammensetzen, wie das Leben auch

Geri Kleins Bilder sind im Bluesbüro im Neckartal zu sehen
copyright Moni Marcel
Diplom-Psychologin Geri Klein vor ihren Malereien

Werke von Geri Klein sind noch  bis 12. März im Bluesbüro im Neckartal zu sehen. Die Diplom-Psychologin und psychologische Psychotherapeutin begann 2003 mit der Malerei, ein Volkshochschul-Kurs für wilde Malerei mit Susanne Wolf-Ostermann war der Auslöser.

Seitdem besuchte sie zahlreiche Kurse, bei Elke Bäcker und ihrer Kunstschule Hohenstein, aber auch bei Panka Chirer-Geyer in Villingen-Schwenningen und entwickelte so ihre Kunst weiter. Und nun hat sie ihren Job fast gänzlich an den Nagel gehängt – mit 69 Jahren darf man das ja auch - und widmet sich hauptsächlich den Farben, Formen und Gegenständen. Denn neben Landschaften und Häusern, die sie bevorzugt malt, entstehen auch Collagen aus unterschiedlichsten Materialien. Das kann ein Stück Spitze sein oder auch ein alter Fensterrahmen. Hier stellt sich für die Therapeutin manches auf den Kopf, denn eigentlich sollte man ja für ein fertiges Bild einen passenden Rahmen finden. Aber nun kam sie über Bekannte zu einer ganzen Sammlung alter Fensterrahmen, und sie sind dann die Grundlage der Werke, die in ihnen entstehen.

Immer offen für Neues, arbeitete sie im Rahmen eines Kurses mit Papierstücken, „und mit ganz anderen Farben, als ich es gewohnt war.“ Eine Herausforderung, die die Kursleiterin vorgab und die Geri Klein zunächst widerwillig annahm. „Ich dachte erst: Wie langweilig!“ Aber so entstand Neues, sie begann, mit Mustern zu arbeiten, setzte Dinge zusammen, und das macht sie heute noch: Aus mehreren kleinen Leinwänden, die jede für sich ein eigenständiges Bild darstellen, entstehen große Gesamtwerke.

Offen für Neues zu sein, für neue Sichtweisen, das ist etwas, dem sie auch in ihrem Beruf begegnet ist. „Meine Klienten sagen oft, dass das, was sie gerade machen, nichts taugt. Aber es geht ja darum, dies neu zu erkunden, sich zu fragen: Wofür ist es brauchbar?“ Oft müsse man sein Leben neu zusammensetzen, aus neuer Perspektive anschauen. Und das macht Geri Klein eben auch in ihrer Kunst. Für ihre oft traumatisierten Klienten hat sie inzwischen eine gute Nachfolgerin gefunden, und das war ihr sehr wichtig. Denn diese Traumata zu bewältigen, das dauert oft jahrelang und braucht gute Unterstützung. „Wenn das dann plötzlich abbricht, dann ist das eine Katastrophe.“

Das Malen und Gestalten auch eine therapeutische Wirkung hat, ist völlig klar. So entstand bei ihr eine mehrteilige, sonnige Landschaft deshalb, weil eine Kollegin sich an einem wunderbaren Augusttag darüber beschwerte, dass der schöne Sommer bald vorbei sein wird. Also bannte sie den Sommer eben auf Leinwand und hängte ihn an die Wand. „Für mich hat jede Jahreszeit etwas Schönes!“

Die nächste Ausstellung im Bluesbüro im Neckartal steht bereits und wird am 19. März um 15 Uhr eröffnet. Hier zeigen sieben Künstler vom Kunsttreff Dietingen ihre Werke. Geöffnet ist immer sonntags von 15 bis 17 Uhr. Weitere Infos unter 0162-2968570.

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