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Die Städtefreundschaft mit Brugg: 500 Jahre Ewiger Bund, die Schweiz und Rottweil

Rottweil, 07.09.2019 von Edgar Enderle
copyright Rottweiler Freunde von Brugg e.V.

Es nimmt sich gut aus, wenn historische Geschehnisse auf die alten Römer zurückdatiert werden können. Das trifft glücklicherweise auch für die Beziehungen der Schweiz, und im Besonderen der Region Brugg mit Rottweil zu.

Rottweils Freundschaft zur Schweiz war während ihrer langen Geschichte nicht nur Sache des Rathauses. Einzelne Bürger und die Gemeinschaften und Vereinigungen der Stadt haben sich immer bemüht, zu Gleichgesinnten in der Schweiz gute Kontakte herzustellen und zu erhalten.

Als ältester Rottweiler Verein kann die Kgl.priv.Schützengilde auch hinsichtlich ihrer Beziehungen zur Schweiz auf eine große Tradition zurückblicken.

Die gegenseitige Freundschaft wird durch die Teilnahme der Eidgenossen an Rottweiler Schützenfesten dokumentiert (1474, 1558, 1908).

Das Rottweiler Schützenfest von 1558 war eigentlich ein Schweizerfest! 25 Zürcher, 9 Schaffhauser, 4 Berner, 2 Glarner, 6 Luzerner, 5 Mühlhausener und weitere Schützen aus Baden im Aargau, aus Bremgarten und Brugg besuchten das für seine Zeit einmalige sportliche Ereignis. Noch recht häufig traten sich Rottweiler und Schweizer Schützen im sportlichen Wettkampf gegenüber.

Prof. Dr. Ernst Laur, Chorsänger im »Männerchor Frohsinn Brugg« regt am 19. August 1912 an, im kommenden Jahr nach Rottweil zu reisen, um daselbst zur Erinnerung an die vor 450 Jahren (18. Juni 1463) erfolgte Aufnahme der Stadt Rottweil als zugewanderter Ort in den Bund der 8 alten Orte der Eidgenossenschaft ein Konzert zu veranstalten.

Foto copyright Rottweiler Freunde von Brugg e.V.

Wer war Professor Laur?
Geboren 1871 in Basel, gestorben 1964 in Effingen im oberen Fricktal.
Lehrer ab 1894 an der kantonalen landwirtschaftlichen Winterschule in Brugg.
Später Professor der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich.

Als er vom Bauernverband zum 1. Bauernsekretär gewählt wurde, lehnte er vorerst die Wahl ab, weil er nicht nach Bern übersiedeln wollte. Schließlich erwirkte er die Verlegung des Bauernsekretariates im Jahre 1898 von Bern nach Brugg.

Was hat ihn angetrieben?
Einmal die erkaltete Verbindung der Eidgenossen mit Rottweil zu beleben und/oder
möglicherweise aber auch durch einen Kontakt mit einem Salz-Transporteur der Königl. Würtembergischen Salinen von Rottweil nach Brugg aus seiner Bauernsekretariatsarbeit oder einfach nur diesen exterritorialen Bündnisort kennen zu lernen.

Zur Einstimmung verfasste Ernst Laur ein 15-seitiges Büchlein, worin er auf die geschichtliche Verbindung zwischen Rottweil und Brugg und der Eidgenossenschaft einging und wünschte, das Büchlein »möchte in der Stadt Brugg Sympathie für Rottweil und die Sängerreise des Männerchors Frohsinn wecken«.

Nach einem einführenden Referat am 26. September 1912 seinerseits wurde im Frohsinn Brugg die Reise nach Rottweil beschlossen. Am Sonntag vor der Fasnet 1913 hatten beide Seiten in Rottweil erstmals Kontakt miteinander aufgenommen.
Die abgeordnete Brugger Delegation bringt die Kunde zurück, dass man die Schweizer Sangesfreunde mit offenen Armen empfangen werde.

Zur Feier des 450. Jahrestages (6. April 1519) des Eintritts unserer Stadt in die Eidgenossenschaft besuchte am 28. Juni 1913 der Männerchor „Frohsinn" Brugg den ehemaligen zugewandten Ort.

Aus dem Jahr 1927 stammt dieses Bild des damaligen Männergesangsvereins Rottweil. Das Bild zeigt unter anderem als Dritten von rechts der hinteren Reihe Julius Geiger, der 1955 der letzte Rottweiler war, der aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückkehrte.
Foto copyright Rottweiler Freunde von Brugg e.V.


Der MGV (Männer-Gesangsverein) Rottweil bot alles auf, um den Schweizer Gästen zu einem erinnerungsreichen Aufenthalt in Rottweil zu verhelfen. Mit dem Marsch „Vivat Rottvilla", den der damalige Musikdirektor Sander komponiert hatte, geleitete man die eidgenössischen Sängerfreunde in die Stadt. Im rot-weiß dekorierten Liederhallen-Saal sangen die Brugger zugunsten der Rottweiler Krankenpflege.
Stadtschultheiß Edwin Glükher (1887–1923) begrüßt die Sängerschar und erinnert an das vor 450 Jahren geschlossene Schutzbündnis der Stadt, sowie an das Band besonderer Art zwischen Rottweil und Brugg, die Heerstraße der Römer, deren Endpunkte in Arae Flaviae (Rottweil) und Vindonissa (Windisch) lagen.
Der in den Schweizer Farben dekorierte Saal war bis zum letzten Platz gefüllt und dies, „trotzdem der Samstagabend hier für derartige Veranstaltungen sonst sehr ungünstig ist".
Prof. Laur antwortet … „Laßt hören aus alten Zeiten“. Dies ist der Ton, auf den der Besuch gestimmt ist. Von alten Zeiten erzählen die Türme, Bauten und unsere Lieder. „Rottweil, der ehemaligen Schweizer Bundesstadt, gilt heute das Schweizer Sängerwort: „Eidgenossen, Gott zum Gruß“.
Ja, Freunde, wir sind heute auf Eroberungen ausgezogen.

"Wir wollen um Freundschaft, Verständnis und Zuneigung für unser Volk werben."

Wo wäre dies eher zu finden, als hier in Rottweil, das in seinen historischen Erinnerungen mit uns verbunden bleibt.
Wir bringen Euch die herzlichsten Gefühle entgegen, wie sie aus einer großen gemeinsamen Vergangenheit erwachsen, wie sie ganz besonders im deutschen Lied erklingen. Das Lied, das seine Zauberkraft auch heute wieder auf uns alle ausübt. 

Möge der heutige Tag ein fruchtbringender und gesegneter werden. Mein Hoch gilt der Freundschaft zwischen der Stadt Rottweil und der Stadt Brugg, aber auch der Freundschaft zwischen Deutschen und Schweizern.

Zum Schluß ihres Konzertes überreichten die Brugger dem Dirigenten der Rottweiler Sänger, Präzeptor Kohler, ein Blumengebinde, das helle Begeisterung auslöste: Aus Edelweiß und Alpenrosen hatten die Gäste ihr Schweizer Wappen „erblühen" lassen. 

Am folgenden Sonntagnachmittag reisten die Brugger Sänger nach Stuttgart weiter, nachdem ihr Sängerbruder, Professor Laur vom Zürcher Polytechnikum, noch einmal die Freundschaft zwischen Rottweil und den Schweizern beschworen und die Gastgeber zu einem Gegenbesuch eingeladen hatte. 

Daß die gemeinsamen Stunden in Rottweil den Grund für eine tiefergehende Freundschaft legten, versteht man, wenn man im „Aargauischen Hausfreund", der Brugger Lokalzeitung, folgenden Satz über den Besuch in Rottweil liest: „Es war halt schö gsi . . .!"

Mit Stadtschultheiß Edwin Glükher an der Spitze und Dirigent Präzeptor Kohler sowie Vorstand Rechtsanwalt Ritter erwiderte der MGV Rottweil am 28. und 29. Juni 1914 den Besuch der Brugger Sänger. Schon in Zürich, der ersten Stadion auf dieser Fahrt, wurden die 90 Rottweiler vom dortigen Deutschen Männergesangverein überaus freundlich empfangen.
Die Aufnahme in Brugg selbst aber war an Herzlichkeit nicht mehr zu überbieten. Als die Rottweiler Sänger zur Mittagszeit im Bahnhof Brugg einfuhren, war die Stadt festlich beflaggt, spielte eine Kapelle für die Gäste, und ganz Brugg war mit den dortigen Sängern unterwegs, um die Rottweiler zu begrüßen.
Stadtschultheiß Glükher stellte in seiner Dankesrede fest, dass die alte Bundesfreundschaft in neuer Form, d.h. im Gesang wieder auflebt.

Die damalige Zeitung berichtete: „Der Empfang der deutschen Sänger gestaltete sich zu einer machtvollen Kundgebung der gesamten Bevölkerung für die Sympathien, derer sich die Rottweiler Sänger erfreuen, aber auch zu einer Kundgebung für die gegenseitigen freundnachbarlichen guten Beziehungen zwischen Rottweil und Brugg, zwischen den deutschen Landen und unserer Schweiz.“

 Am Abend gaben die Rottweiler ein Wohltätigkeitskonzert für das Bezirksspital und das Kinderkrankenhaus der gastgebenden Stadt. Ihre Darbietungen wurden vom sachkundigen Schweizer Publikum begeistert aufgenommen, und beim anschließenden Sängerbankett hörte man mehr als einmal von beiden Seiten den Wunsch nach einer weiteren Vertiefung der freundschaftlichen Beziehungen Bruggs und Rottweils.

Die Rottweiler Sänger rechneten daher am nächsten Morgen vor der Weiterfahrt nach Luzern fest mit einer baldigen Neuauflage ihrer Schweizerreise.
Es sollte anders kommen: In der gleichen Zeitungsausgabe, in welcher der MGV von seiner Fahrt zu den Brugger Sängern berichtete, wurde das Attentat von Sarajevo bekanntgemacht, das den ersten Weltkrieg auslöste.

Die Schweizer Stadt Brugg hilft Rottweil

Der erste Weltkrieg unterbrach jäh die 1913 so erfolgversprechend über Brugg und seinen Männergesangverein „Frohsinn" wiederaufgenommenen Verbindungen Rottweils zur Schweiz. Die Kriegsjahre und die wirtschaftliche Not des sich an den Friedensschluß von Versailles anschließenden Zeitraumes erlaubten lediglich, daß der briefliche Kontakt von der Aare zum Neckar über einzelne Privatpersonen aufrechterhalten wurde.

Foto copyright Rottweiler Freunde von Brugg e.V.

Bei der Generalversammlung des Männerchors Frohsinn Brugg am 29. Januar 1923 erinnert Mitglied Hösli an die freundschaftlichen Bande mit Rottweil und an die schlimmen Zeiten, in denen die Rottweiler Sangesfreunde sich befinden. Eine sofort durchgeführte Sammlung ergab 1,2 Millionen Mark. Diese Summe wird dem MGV Rottweil für die Stadt und den Verein überwiesen. Am 15. Februar 1923 erfolgte eine 2. Sammlung nur für den MGV Rottweil mit 350.000 Mark.
Wiederum war es Ernst Laur, der als treibende Kraft die frühere Verbindung Brugg-Rottweil reaktivierte und den Anstoß zur Gründung eines lokalen Brugger Hilfskomitees am 20. Dezember 1923 dem Frohsinn unterbreitete, ein Programm für eine umfangreiche Hilfsaktion zugunsten der Rottweiler Bevölkerung.

Folgende Beschlüsse wurden gefaßt:

  1. Es soll in Rottweil eine Volksküche eingerichtet und den Bedürftigten beigestanden werden.
  2. Die Organisation der Küche wird dem »Zentralkomitee für die deutsche Not« in Bern in Verbindung mit dem Gemeinderat Rottweil übertragen
  3. Zur Deckung der Kosten organisiert der Frohsinn womöglich in Verbindung mit anderen Vereinigungen in der Stadt Brugg eine öffentliche Sammlung.

Am 3. Januar 1924 steht die Hilfsaktion fest, haben doch die meisten Vereine ihre Mithilfe zugesagt.

Am 31. Januar 1924 sind für Rottweil total 9.000 SFranken beisammen. Die Aktion hat sich zu einem Hilfswerk der ganzen Bevölkerung der Stadt Brugg ausgeweitet.
Besondere Verdienste um die Sache hatte sich der damalige Präsident des Frohsinns, Hans Bläuer, erworben, der das ganz Hilfswerk in aufopfernder Weise leitete.

Zum Weihnachtsfest 1923 spendete der Männerchor Frohsinn Brugg 100 Schweizer Franken nach Rottweil. Zusätzlich traf im Januar 1924 in Rottweil eine umfangreiche Sendung mit Hafer- und Weizenmehl, mit Reis, Grütze und Grieß, mit Teigwaren, Bohnen, Haferflocken und Fleischkonserven ein, welche der gleiche Brugger Verein bereitstellte. Er wollte damit das Fortbestehen der Rottweiler „Städtischen Speiseanstalt" ermöglichen, die daraufhin mit gutem Recht in „Brugger Volksküche" umbenannt wurde.

Der Spendeneingang war so beträchtlich, dass davon auch die Ferienversorgung für 90 unterernährte und tuberkuloseverdächtigte Rottweiler Kinder ermöglicht wurde.

Zwar lag die Organisation dieser und weiterer Hilfssendungen beim Berner Zentralbüro der Schweizerhilfe für deutsche Not, aber die Brugger hatten es nicht versäumt, dort vorzubringen, daß die Hilfe ihrer Stadt vor allem den Rottweilern zugutekommen solle.

Auf Verwendung des schon 1913 beim Sängerbesuch in Rottweil hervorgetretenen Professors Laur beteiligte sich schließlich auch der Aargauer Bauernverein an der Hilfsaktion in Rottweil, die hier gerade für die ärmeren Schichten die große Not jener Jahre fühlbar gelindert hat. 

Leiterin der Brugger Volksküche in Rottweil war Hedwig Dussmann in der Wirtschaft »Zur Kanne«.

In einer ganz ähnlichen Situation fanden die Städte Brugg und Rottweil nach dem zweiten Weltkrieg zueinander. „Nicht leichten Herzens, sondern aus schwerer Sorge" sah sich nämlich Bürgermeister Gutknecht im Winter 1946 veranlaßt, in Brugg für die notleidende Bevölkerung unserer Stadt, wo man damals mit einer Monatsration von 125 Gramm Fett und 200 Gramm Brot pro Tag auskommen sollte, um Hilfe zu bitten.
 
Obwohl Brugg damals bereits die Tiroler Gemeinde Brixlegg unterstützte, zögerte die Einwohnerschaft des Aargaustädtchens keinen Augenblick, auch dieses Mal für die Rottweiler zu spenden und zu sammeln. In kurzer Zeit kamen knapp 3 Tonnen Hilfsgüter zusammen.
Im Februar 1947 kam der erste Transport aus Brugg in Rottweil an, nachdem der Gouverneur der Kreismilitärregierung Garnier-Dupre im Gegensatz zu anderen Persönlichkeiten der französischen Besatzungsmacht zur Überwindung der Zoll- und Visaschwierigkeiten beigetragen hatte.

Die Sendung enthielt eine reichliche Schuhspende,  mit welcher den Rottweilern „ein großer Dienst erwiesen wurde, wie z.B. dem 15-jährigen Maurerlehrling Karl Nagel, dem nach drei Tagen Lehrzeit seine einzigen Schuhe zusammengebrochen sind.
Meister, i kâ morgâ nehme zum Schaffâ kommâ, meine Schuah sind hee.
Du Bua, sagte sein Meister, gang zur Ausgabestelle. Dort fand er ein Paar Bergschuhe und konnte seine Lehre fortsetzen.

Außerdem enthielt die Sendung noch zahlreiche Lebensmittel und sonstige Sachgüter, „die man hier nur noch dem Namen nach kannte".

Zu Weihnachten 1947 hat sich Rottweil mit dem Geschenk von 500 Christbäumen bei den Bruggern für deren hochherzige Hilfsbereitschaft bedankt. Nach heute kaum mehr vorstellbaren bürokratischen Schwierigkeiten — die Ausfuhrerlaubnis für die 500 Bäumchen mußte zuletzt unmittelbar bei General Koenig, dem Haupt der französischen Militärregierung in Deutschland, erwirkt werden — gelangten die Rottweiler Tannenbäume, von Gustav Krabel transportiert, gerade noch rechtzeitig in die kleine Stadt an der Aare.

Zu gleicher Zeit wurde dort die zweite Brugger Spende zusammengestellt, die dann Stadtschreiber (-Direktor) Dr. Hans Riniker, der sich neben anderen Brugger Bürgern besonders um die Hilfe seiner Vaterstadt für Rottweil bemühte, nach Rottweil geleitete. Hier war man nach dem trockenen und wenig ertragreichen Sommer des Jahres 1947 überglücklich, von den Schweizern einmal mehr nicht im Stich gelassen worden zu sein. 1500 Anträge auf Hilfeleistung gingen bei der Stadtverwaltung ein, und Marie Stengle dichtete voller Dankbarkeit
»s‘Christkindle hot im Schweizerland an warme Herze klopfat«.

Weitere Aktionen der Brugger für Rottweil folgten.
Einen besonderen Höhepunkt im Rahmen dieser Anstrengungen stellte die Einrichtung einer Kinderspeisung in Rottweil dar. Nach Abschluß der seit Juni 1948 laufenden Vorbereitungen konnte so zunächst zwei Wochen lang 1200 unterernährten Kindern aus drei Kesseln zu je dreihundert Litern eine zusätzliche Mahlzeit gegeben werden. 

Die Brugger sorgten dafür, daß dies nicht ein einmaliges Ereignis blieb, daß die „Schulspeisung" vielmehr zu einer fast selbstverständlichen Einrichtung im damaligen Rottweiler Schulleben wurde. 

Insgesamt aber begannen sich die Beziehungen der beiden Städte nach 1948 allmählich auf andere Bereiche zu verlagern:
1949 wurden wieder die sportlichen Kontakte zunächst von den Fußballvereinen aufgenommen, die Stadtverwaltungen tauschten Haushalts- und Schulpläne aus und die ersten Touristen aus Brugg zeigten sich in Rottweil.
Der weitere wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland erlaubte es schließlich den Bruggern, ihre Hilfsmaßnahmen einzustellen.
Trotzdem gelang es, die Beziehungen zwischen den beiden Städten ständig aufrechtzuerhalten, sie zu pflegen und auszubauen.
Sichtbarster Ausdruck dieses Tatbestandes war vielleicht 1954 der Beschluß des Rottweiler Gemeinderates, einer neuen Straße den Namen „Brugger Straße" zu geben.

1977 die »Rottweiler Festwochen« in Brugg mit der Umbenennung des Ostrings in Rottweilerstraße.

Während der »Rottweiler Festwochen« in Brugg 1977 wird 
ehem. Ostring in Rottweilerstraße umbenannt
Foto copyright Rottweiler Freunde von Brugg e.V.

Seit 1985 finden die Literaturtage, abwechselnd statt.

Der Steinaustausch vom Schwarzen Tor in Rottweil und Schwarzem Turm Brugg erfolgte 1988.

Der Fußballverein FV08 Rottweil war 1931 zu Besuch in Brugg. Nach dem Krieg wieder Kontaktaufnahme 1949, erst 1951 wurde zusammen gespielt.

1969 Schweizer Fest in Rottweil, 450 Jahre Eidgenossenschaft.

Die Stadtverwaltungsausflüge (ab wann nicht bekannt) wurden ca. alle 10-15 Jahre nach Brugg organisiert.

1999, die Vorbereitung auf den Ausflug im Jahr 2000 führt zur Freundeskreisgründung am 07.07.2000, seit 07.07.2016 ein Verein e.V.
Stadtfest 2001 in Rottweil.

Anekdote Viktor Bulgheroni:
Auf den Brettern für die Stadtfestbeitz hat er von Sepp Marty den Schriftzug »Sag Du zu mir« aufmalen lassen. Seine Frau Dorle protestierte, dös kaasch nöd macha, das god eifach nöd, kaasch doch id zu alli Lütt du sägga. Viktor beruhigte seine Liebste und machte den Vorschlag, dass er den Schriftzug mit einem Düachli zuhängen werde, dem sie zustimmte. Aus Rottweil meldete er sich telefonisch bei ihr: Dorli, stell dir vor, i hän s’Düachli vrgässa. Wa soll i jetzt bloß macha? Jo, dann häsch äbba kai’s, meinte sie.
So wollte er es und wurde auch ein Erfolg.

Der ehemalige Brugger Stadtrat Viktor Bulgheroni verstarb am 19.12.2002 mit 78 Jahren überraschend nach einer Herzoperation. 29 Jahre war er ein Aktivator und Animateur mit besonderem Ideenreichtum für die Städtefreundschaft.
Sein Motto: Id lang redda, eifach dua!

Die Freundschaftslinde in Brugg.
Foto copyright Rottweiler Freunde von Brugg e.V.


Meine Idee, ein besonderes Zeichen der Freundschaft mit einem Baum zu schenken, kam im Rottweiler Freundeskreis gut an und so erfolgte die
Pflanzung der Freundschaftslinde bei der ref. Stadtkirche Brugg am 05. April 2003 in einer feierlichen Zeremonie.

Der Brugger Freundeskreis spendete einen Gedenkstein zur Lindenpflanzung 2004.

Vom Verein »Römerstraße Neckar-Alb-Aare« wurde am 10. September 2005 der Römerlauf mit 10 Etappenstaffeln mit 120 Kilometer von Brugg
-Windisch über Schleitheim, Hüfingen nach Rottweil zum Stadtfest organisiert.

Die Feierlichkeiten in Brugg und Rottweil zum 100-jährigen Jubiläum der Städtefreundschaft wurden bei den beiden Stadtfesten gebührend gefeiert.
Zum Festakt in Brugg hat die Stadt Brugg die Enkelin von Prof. Laur eingeladen.
Wir »Rottweiler Freunde von Brugg« beteiligten uns  beim Stadtfest in Brugg mit einer Kaffeebeitz.
Pierre Lardon, Interimspräsident nach Viktor Bulgheronis Tod bis 2003, initiierte und organisierte bei den »Brugger Freunden von Rottweil« eine sehr umfangreiche Kuchenspende, die zum Kaffee angeboten wurden.
Eine großartige Freundschaftsgeste der Brugger.

Im Unterschied zu einer Städtepartnerschaft kommt die Städtefreundschaft ohne offizielles Dokument und Protokoll aus, sondern ist vielmehr das Resultat einer kontinuierlichen Pflege der gegenseitigen Beziehungen.

Brugg und Rottweil ist «eine unserer schönsten Freundschaften», eine «tiefe und lebendige» Partnerschaft, die sich auch in schwerer Zeit bewährt hat.
Es ist nicht selbstverständlich, dass Brugg und Rottweil auf eine der ältesten Städtefreundschaften in Europa zurückblicken können.


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Klosterstraße 63
78628 Rottweil - Deutschland
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