Die Top-Neuheiten und neuen Beiträge


Hier könnte direkt auf eine separate Seite verwiesen werden
Mit Tipps, wie man diese Seite mitgestalten kann

Die Favoriten / auch Favoriten Anderer: besonders beliebt

Hier werden die Artikel im Warenkorb angezeigt


Das „Corona-Chörle“ in der Konrad-Witz-Straße

15.06.2020 von Frank Sucker
copyright Frank Sucker

Straßenmusik ist einem in der historischen Innenstadt vertraut. Doch in den Außenbereichen? Die untere Rottweiler Konrad-Witz-Straße hat immerhin das Glück einmal im Jahr Live-Musik zu erleben. Dann, wenn die Turmbläser oben vom Hochturm aus in die Adventszeit einstimmen. Doch völlig neu ist, dass nun wöchentlich Musik von der Straße zum Turm hoch erschallt. Nicht ins Blech geblasene, sondern aus vielen Kehlen gesungene.

Corona ließ nämlich in der Konrad-Witz-Straße seit März eine kleine Tradition entstehen - eine Art Straßenkultur. Den Anstoß dazu gab das Singen und Musizieren von Balkon zu Balkon im schwer geplagten Quarantäne-Italien und danach die einmalige Aktion, in der auch in Deutschland Menschen mit der Beethoven-Hymne „Dank an die Freude“ dem Virus trotzten. Das ließ Ulrike Moser als Bewohnerin der Konrad-Witz-Straße nicht kalt und sie rührte in der Nachbarschaft kräftig die Werbetrommel für eine Teilnahme an dieser Aktion. Ihr Antrieb? „Corona verlangt räumlichen Abstand, doch gemeinsames Singen schafft emotionale Nähe“, meint sie. Und sie bringt günstige Voraussetzungen mit: Die ehemalige Musiklehrerin spielt E-Piano und Gitarre und besitzt zudem eine kleine Verstärkeranlage.

Diese Solidaritätsaktion im März machte dann so viel Freude, dass die Nachbarschaft sich wünschte, das dürfe keine Eintagsfliege sein. Und so formierte sich mittlerweile ein richtiges „Corona-Chörle“, wie Moser liebevoll ihre Schar von Sängerinnen und Sängern nennt, die sich allwöchentlich in korrektem Corona-Abstand auf bereitgestellten Stühlen niederlässt oder gar eigene Hocker mitbringt. Alle Samstag- oder Sonntagabende - je nach Witterungsprognose. Und immer wieder gesellen sich neue Sangeslustige dazu.

Und dann wird kräftig gesungen und musiziert. Zur Orientierung drückte Ulrike Moser allen vier Ordner mit einem Repertoire von über 300 Liedern in die Hand. Die Sängerinnen und Sänger können dann vorab schon mal ihre persönlichen musikalischen Wünsche anmelden, aus denen Moser dann ein rund einstündiges Programm zusammenstellt. So entsteht jedes Mal ein buntes Potpourri aus Gassenhauern und Schlagern, aus Protestsongs und alten Volksliedern, das alle Geschmäcker und Stimmungen bedient. Auch zufällig vorbei schlendernde Passanten fühlen sich oft angezogen von dieser ungewöhnlichen Straßenmusik, bleiben verwundert stehen - und manche singen sogar mit.


share & mehr


Magazin-Druckerei

Machen Sie aus dem gewählten Dokument eine PDF.
So haben Sie die Möglichkeit, die interessantesten Beiträge zu speichern oder auf Ihrem Drucker auszudrucken.

Unterstützen Sie uns durch Spenden!

Möchtest Sie diese Seite finanziell unterstützen, damit wir Sie zukünftig noch schneller informieren können.


Dieses könnte Sie auch interessieren


Alle Beiträge zum Thema Coronavirus

Alle Beiträge zum Thema Leben in Rottweil

Es ist uns wichtig, Ihre Daten zu schützen

Wir verwenden Cookies, um Ihnen ein optimales Webseiten-Erlebnis zu bieten. Das sind einerseits für den Betrieb der Seite notwendige Cookies, andererseits solche, die für Statistikzwecke, für die Anzeige von Videos und Kartenmaterial gesetzt werden. Sie können selbst entscheiden, welche davon Sie zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass auf Basis Ihrer Einstellungen eventuell nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.
Datenschutzeinstellungen anpassen