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Im ersten Lockdown gab es für Obdachlose Essen vor dem Wärmestüble. Jetzt, im zweiten Lockdown, verteilt Verena Gaiffi Sandwiches und Kaffee durchs Fenster.

Seit 22 Jahren bietet die Wärmestube genau das: Einen Platz zum Aufwärmen für diejenigen, die keinen haben. Obdachlose. Das war 1997 die Intention von Pfarrer Wilhelm Dilger, an dessen Pfarrhaustüre immer mehr dieser Menschen klopften. Seitdem hat sich vieles verändert, aber das "Suppenstüble in der Suppengasse" gibt es nach wie vor, und nach wie vor treffen sich hier Menschen, die in Not sind. "Hier kann jeder vorbeikommen", sagt Sozialarbeiterin Verena Gaiffi. Eine Tasse Kaffee, ein warmes Essen, eine Möglichkeit, Wäsche zu waschen, zu duschen oder neue Schuhe zu bekommen.

Dazu bietet Madeleine Fleckenstein Sozialberatung und zahlt den Hartz 4-Tagessatz aus. Die Nöte haben sich in den 22 Jahren verändert, groß sind sie nach wie vor. Der klassische "Berber", also der Obdachlose mit Hund und Schlafsack, ist seltener geworden, die Obdachlosigkeit als solche keineswegs, im Gegenteil. Nur weniger sichtbar. Und die Hilfesuchenden werden jünger, weiß Verena Gaiffi. Psychische Krankheiten, Sucht, instabile Familien, schlechte soziale Beziehungen, das steckt dahinter, wenn die meist jungen Männer zunächst bei Freunden auf dem Sofa landen und dann irgendwann auf der Straße stehen. Für die, die aus Rottweil sind, gibt es am Omsdorfer Hang eine Unterkunft, "aber wer von außerhalb kommt, muss gucken, wo er bleibt", sagt Madeleine Fleckenstein.

Überhaupt ist günstiger Wohnraum in Rottweil echte Mangelware. Aber immerhin: Es gibt die Wärmestube. Wobei hier bis Oktober auch nur sechs Leute rein durften, aber immerhin konnte sie wieder aufmachen nach dem Lockdown. Nun ist sie seit November wieder dicht. Im Frühjahr behalf man sich provisorisch, wie Verena Gaiffi erzählt. "Wir hatten eine Woche zu, dann haben wir das Essen zum Fenster rausgegeben." Gekocht wurde von den ehrenamtlichen Helfern zuhause, die Töpfe hergebracht. Und nur noch diejenigen, die wirklich auf der Straße lebten, durften hier essen - anfangs auf den Mülltonnen gegenüber, später stellten die Helfer dann Stühle und Tischchen auf. "Wir haben gesagt, wer eine Wohnung hat, soll nicht herkommen." Und jetzt, im November, gibt Verena Gaiffi an vier Tagen die Woche Kaffee und Sandwiches durchs Fenster raus. „Wir machen eben Notversorgung, sie können auch zum Duschen kommen, aber nur einer pro Tag. Da sprechen sie sich ab.“ Außerdem hängen am Fenster Telefonnummern, wo die Betroffenen im Notfall Hilfe finden.

Der eingeschränkte Betrieb schmerzt, "ihr fehlt uns", das bekommen die Helfer gerade von älteren Damen zu hören, die hier gerne ihr Schwätzle halten. Die sich inzwischen aber auch organisiert haben, bis Anfang November kamen manche zu zweit, um ihr Essen abzuholen, und gingen dann zu einer der beiden, um gemeinsam zu essen. "Da haben sich Freundschaften entwickelt", erzählt Verena Gaiffi. Die Pläne, im November wieder durchgehend zu öffnen, also auch am Wochenende, sind geplatzt, nun hofft man, das im Dezember machen zu können. Natürlich unter Hygienebedingungen: Hände desinfizieren und nur am Tisch die Maske abnehmen.

Verena Gaiffi, die eigentlich schon in Rente ist, aber stundenweise hier weiter hilft, freut sich auch über die große Akzeptanz des Suppenstüble durch die Rottweiler, das nur einen Zuschuss vom Landratsamt bekommt, sich ansonsten durch Spenden finanziert. Um das den Bürgern noch näher zu bringen, hat sie von zweieinhalb Jahren das Buch "Aus dem Rahmen gefallen", geschrieben. 40 Menschen ohne Obdach erzählten ihr ihre Geschichten, und sie schrieb sie auf. "Das sind richtig traurige Geschichten." Die auch zeigen, dass es manchmal ganz schnell gehen kann, dass man auf der Straße landet.

Mehr über die Wärmestube findet man hier: suppenstueble.de

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Freundeskreis Wärmestube
Suppengasse 2
78628 Rottweil

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