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Ganz viel Herz und weihnachtliche Stimmung im Rottenmünster

Ganz viel Herz und weihnachtliche Stimmung im Rottenmünster

Auch dieses Jahr fand am 1. Adventswochenende wieder der Weihnachtsmarkt im Rottenmünster statt. Neben ganz viel selbst gebastelten, gewerkelten und gekochten Kleinigkeiten gab es natürlich auch ausreichend kulinarische Genüsse. 

Die Stände waren mit ganz viel Liebe gestaltet - so wie das gesamte Programm. 
Die Kleinen konnten gleich an mehreren Tischen weihnachtliche Deko basteln oder es sich bei dem Theaterstück Räuber Hotzenplotz gemütlich machen. Zu gewinnen gab es auch etwas: Aber zuerst musste ein Fragebogen ausgefüllt werden. Es galt verschiedene Dinge im Lebkuchenhaus zu erfühlen, die Anzahl von Sternen zu schätzen, Früchte ihren Bäumen zuzuordnen und die Krippe zu entdecken. Mit ganz viel Spaß waren die Kinder - groß und klein - dabei. 

Auch der Mädchenchor Rottweil und der Junge Chor St. Ursula, Villingen war wieder dabei. Die Kirche des Vinzent von Paul Hospitals war mit Besuchern voll besetzt die den Klängen des Chors lauschten. 

Die Menschen ließen sich auch von dem wechselhaften kalten Wetter nicht abschrecken und konnten so einen schönen Familien-Adventssonntag genießen. Das Programm war kostenfrei und Essen und Trinken war im Vergleich mit anderen Weihnachtsmärkten wirklich günstig zu bekommen. Überhaupt war dies ein Weihnachtsmarkt der Begegnung und Nächstenliebe und mit nachhaltigen Konsum. So wie Weihnacht sein soll. 

Neues Konzept bringt Sammlung Dursch ins richtige Licht

Neues Konzept bringt Sammlung Dursch ins richtige Licht

Eröffnungsrede von Martina Meyr - Abteilungsleiterin der Städtischen Museen

Als ich vor 10 Jahren nach Rottweil kam, hatte ich als Archäologin und Historikerin vor allem den Focus auf die Römerabteilung gerichtet, bei deren Erneuerung ich 2011 auch maßgeblich beteiligt war. 

Und dann gab es da noch die Sammlung Dursch ... Mein erster Gedanke war: naja, gehört halt auch zum Museum dazu. Aber die „Holzscheitle“ – wie sie ein Kollege aus der Stadtverwaltung gerne nennt – oder auch das „Madonnenwälde“ wie es im Landesmuseum hieß, ist mir mit der Zeit ans Herz gewachsen und es war schon fast schmerzhaft, die traurige Präsentation jeden Tag zu sehen. Einen ersten Versuch einer anderen Präsentation ermöglichten die Einrichtung des sog. Weckmannraumes 2010 und die Ausstellung „IM DIALOG – Gotik trifft Gegenwart im Herbst 2014. 

Als dann zeitgleich mit der Neueinstellung von Ingrid-Sibylle Hoffmann beim Landesmuseum Württemberg eine neue Kollegin kam, die eine ausgewiesene Expertin für gotische Kunst ist, war endlich eine Veränderung in Sicht. 

Doch da war ja noch ein kleines Problem. Wir waren zwar beide sogleich von dem Gedanken, die Abteilung neu aufzustellen, begeistert, hatten ähnliche Vorstellungen und gemeinsame Ideen, aber es fehlte noch die Finanzierung. Nach einigen Gesprächen mit allen Partnern bei Stadt und Land stand dann fest: wir stemmen das Projekt gemeinsam!

Es folgte ein Architekturwettbeweb im Frühjahr 2016, der von uns beiden, dem Fachbereichsleiter Kultur, Marco Schaffert, sowie vom Landesmuseum durch Herrn Warnecke unterstützt wurde. Im Juni erteilte der Gemeinderat dem Büro Demirag Architekten den Auftrag und unser Team war mit Hanna Kropp und Franziska Schmidt vollständig. Zu viert beschritten wir nun den gemeinsamen Weg, das Konzept von Frau Hoffmann und die ersten Umsetzungsideen der beiden Ausstellungsgestalterinnen von Demirag Architekten weiter zu bearbeiten. Parallel dazu ging ich auf die Suche nach weiteren Finanzmitteln und Unterstützern. Die örtliche Presse veröffentliche mehrmals unsere Aufrufe, Patenschaften für Objekte zu übernehmen und bei Infoabenden kamen viele neugierige Besucher. Das Ergebnis sind 68 Patenschaften, die uns fast 50.000 € einbrachten. Dafür sind wir sehr dankbar und haben uns über jeden einzelnen Euro gefreut. 

Foto copyright Rottweil inside

Noch viel wichtiger als die finanzielle Unterstützung durch Patenschaften sind der Rückhalt in der Bevölkerung und die Bestätigung, dass wir mit unseren Ideen und Konzepten auf dem richtigen Weg waren. Auch so manch kritischer Einwand wurde von uns gerne aufgenommen und im Team diskutiert. Unterstützung für das Vorhaben kam auch durch den Vorstand und Beirat des Geschichts- und Altertumsvereins. Auch dort standen wir Rede und Antwort, diskutierten und stießen auf offene Ohren, die Sammlung Dursch im 21. Jahrhundert auch der Zeit angemessen zu präsentieren. 

Ein weiterer wichtiger Partner auf unserem Weg war das Staatliche Amt für Vermögen und Bau, das uns vor allem durch die Herren Thomas Reutlinger und Hans Mauch unterstützte. Die Planung und Finanzierung der neuen Beleuchtung sowie Anpassung der Bestandswände hätten wir aus unserem Ausstellungsbudget sonst wohl kaum bestreiten können.

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Als absehbar war, dass wir neben der reinen Ausstellung gerne auch stationäre Vermittlungsmodule, ein Familienheft und ein Begleitbuch produzieren wollten, ging die Suche nach Finanzpartner erneut los und wir fanden Unterstützung durch die LEADER Aktionsgruppe Oberer Neckar. Somit konnten auch diese Dinge kofinanziert und in Angriff genommen werden. 

Insgesamt wurde die Ausstellung diese Woche nach 4 Jahren Planung und den letzten 15 Monaten intensiver Bauzeit rechtzeitig fertiggestellt.
 

Bewusst für eine analoge Vermittlung entschieden

Neben den informativen und emotionalen Zugangsmöglichkeiten, wollten wir noch eine weitere, eher spielerische Ebene schaffen. Oft wurde ich in den letzten Monaten und Jahren gefragt: Und? Macht ihr auch einen Audioguide oder eine App? 

Nein! Wir haben uns gemeinsam bewusst für eine analoge Vermittlung entschieden. Die Objekte können hier im Museum im Original bestaunt werden. Digital sind ohnehin alle Ausstellungsstücke im Internet zu finden. Doch der Museumsbesuch birgt die Einmaligkeit, das Original zu sehen, das Echte, das Alte, das Wertvolle! Mit der Familie oder mit Freunden wird der Besuch zum Erlebnis, wenn man sich darüber austauscht, ins Gespräch kommt, Details entdeckt und zusammen Zeit verbringt. Das Museum kann aber auch Ort der Ruhe und Meditation werden, wo man losgelöst von Alltagsstress und Termindruck sich auf die Objekte einlassen kann. Dieses Erleben wollten wir nicht durchbrechen durch Bildschirme oder sonstige Technik. Daher erhalten Familien ein kostenloses Heft, das Fragen und Rätsel enthält. Aber auch Fragen, die Gespräche anregen sollen und Hintergrundinformationen sind darin versteckt. Zu Hause darf dann noch weiter darin gemalt und Sticker an die richtige Stelle geklebt werden.

Stationäre Einheiten sind für alle Altersgruppen eine weitere Ebene: 

Gucklochkarten regen an, ganz genau hinzusehen und Details zu suchen. Diese haben wir am Anfang aufgestellt und hoffen, dass sich das Hinsehen auch für den Rest der Ausstellung erhält.

Heiligendrehwürfel erläutern die Lebensgeschichten und Legenden verschiedener Heiliger und die Dinge, an denen sie erkenntlich sind. Den heiligen Martin und Nikolaus kennen wohl die meisten. Doch was ist mit Agatha oder Gallus? Wenn sie diese nicht kenne, dann darf ich Sie einladen, die Drehwürfel auszuprobieren. Aber auch sonst sind Sie herzlich dazu eingeladen.

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Zentral ist aber vermutlich ein kleiner Bausatz, an dem man sich sein eigenes Altarretabel zusammenstellen kann. Wie auch die mittelalterlichen Auftraggeber hat jeder Besucher die Möglichkeit, aus einem Programm aus verschiedenen Heiligen, Altarflügeln oder Gesprengen zu wählen. Gerne darf hier dann ein Foto mit dem Smartphone gemacht und das Ergebnis mit Freunden geteilt werden. 

Wer am Schluss noch im Kapitel Schönheit in einen Spiegel schaut, darf mit Fragen, was denn schön sei oder der Aufforderung sich königlich zu fühlen, die Ausstellung verlassen. An der Museumskasse kann anschließend noch das Begleitbuch erworben werden, in dem daheim vieles nachgelesen und vertieft werden kann.

Wir alle, das Team vom Landesmuseum Württemberg, Demirag Architekten und den städtischen Museen Rottweil danken allen, die uns geholfen haben, dieses Projekt zu realisieren!

Wir laden Sie nun ein, sich selbst ein Bild von der neu konzipierten Sammlung Dursch zu machen!

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