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Ein Baum geht auf Reisen

Stadt Rottweil lässt 30-jährige Linde verpflanzen / künftig Schattenspender für Kinderspielplatz
copyright Ralf Graner

Franken lieben Bäume. Das weißt die Republik spätestens seit Bayerns Ministerpräsident Söder öffentlichkeitswirksam Großgrün umarmt. Auch die Stadt Rottweil hat sich jüngst qualifizierter Baumfürsorge aus Franken bedient und Fachleute von dort damit beauftragt, eine gut 30 Jahre alte Linde zu verpflanzen. Der Baum hätte sonst gefällt werden müssen, um dem neuen Kreisverkehr in Hausen Platz zu machen. 

Die gut 20 Meter hohe Sommerlinde zierte bislang den Ortseingang von Hausen Richtung Rottweil. „Bei der Linde handelt es sich um einen gesunden, optimal gewachsenen Baum ohne Schäden. Es wäre wirklich ein Jammer gewesen, wenn der Baum hätte gefällt werden müssen“, so Albert Schmidt vom städtischen Tiefbauamt. Linden können an guten Standorten biszu 400 Jahre alt werden, prägen oft das Ortsbild. „Bäume dieser Qualität wirken oft identitätsstiftend und haben ein hohes Erhaltungspotential.“
 
Die Stadt beauftragte daher die Firma Opitz, die sich auf Großbaumverpflanzung spezialisiert hat. Nach eigenen Angaben haben die Fachleute aus dem fränkischen Heideck bereits 1,8 Millionen Bäume in ganz Europa erfolgreich verpflanzt und verfügen dafür über entsprechende Arbeitsmaschinen. In Hausen rückten die Franken mit einem vierachsigen Tieflader an, der mit einer vollautomatischen Spezialschaufel samt Schwenkkran ausgestattet ist. Zunächst wurde der Baum an seinem bisherigen Standort ausgegraben. Dazu senken sich zwei Schaufelhälften rings um den Baum in die Erde, umschließen den drei Meter dicken Wurzelballen und heben diesen dann mitsamt dem Baum aus dem Erdreich. Anschließend wurde der Baum mit einem Schwenk auf das vierachsige Trägerfahrzeug verladen, an seinen neuen Platz transportiert und dort wieder eingepflanzt. Der neue Standort liegt unmittelbar im entstehenden Neubaugebiet Bronnenkohl/Rauzen. Dort ist im westlichen Bereich in der Grünfläche auch ein neuer Spielplatz vorgesehen. Hier kann der Baum ungestört von Baumaschinen in Ruhe anwachsen und in Zukunft für Kinder auf dem Spielplatz Schatten spenden. Zusätzlich wurden übrigens auch zwei Obstbäume mit alten Sorten im neuen Baugebiet verpflanzt, um sie vor einer Fällung im Herbst zu bewahren.
 
Eine solche Baumverpflanzung ist aufwändig – in Einzelfällen kann sie jedoch sowohl aus ökologischer wie auch ökonomischer Sicht sinnvoll sein. So wie bei der Linde in Hausen. „Zum einen hat ein Baum in diesem Alter mit einer voll ausgebildeten Krone bereits einen hohen ökologischen Wert, der durch die Pflanzung neuer, aber auch viel kleinerer Bäume nicht einfach ersetzt werden kann. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Klimaschutzdebatte ist das ein wichtiger Aspekt“, betont Schmidt, der bei der Stadt Rottweil regelmäßig den Zustand der Bäume in den Grünanlagen kontrolliert. Zum anderen lohne sich die Verpflanzung auch wirtschaftlich: „Bäume in städtischen Grünanlagen erfordern viel Arbeit. Die Kosten für eine Verpflanzung eines ausgewachsenen Baumes lohnen sich, wenn man den Aufwand für die Aufzucht eines Setzlings bis zum ausgewachsenen Baum oder gar den Neukauf eines Großbaumes einschließlich Verpflanzung gegenrechnet.“
 
Auch ansonsten hat bei der Stadt Rottweil wie bei anderen Kommunen auch ein Umdenken eingesetzt: Städtische Grünanlage werden verstärkt als ökologisch wertvolle Flächen betrachtet und entsprechend gepflegt: So wurden im Nägelsgraben unter dem Motto „Natur nah dran“ insektenfreundliche Stauden gepflanzt. Mit künstlichen Steingebilden entstehen auf Ausgleichsflächen neue Lebensräume für Eidechsen. Und nach und nach wandeln sich Rasenflächen am Straßenrand in naturnahe Wiesen – auch das in Zeiten des Insektensterbens ein wertvoller Beitrag unter dem Motto „Wir tun was für Biene, Hummel und Co.“


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