Oberbürgermeisterwahl Rottweil 2022

Stadtmuseum darf keine Heimatstube sein

Kai Jehle-Mungenast im Stadtmuseum
Foto copyright Kai Jehle-Mungenast

Um in die Historie Rottweils einzutauchen, besuchte Oberbürgermeister-Kandidat Kai Jehle-Mungenast mit seiner Familie das Stadtmuseum gegenüber dem Rottweiler Rathaus. Nach seinem Besuch ist er sich sicher: „Wir brauchen keine Heimatstube, sondern ein Stadtmuseum mit einer zeitgemäßen und ansprechenden Präsentation für alle Altersgruppen.“ 

Für Jehle-Mungenast versprühen die Räumlichkeiten und die Exponaten ein Hauch vergangener Jahre. „Das geschichtsträchtige Gebäude hat wirklich Charme. Doch dadurch ist die Ausstellung nicht barrierefrei zugänglich und schließt Menschen aus“, bemängelt der OB-Kandidat die verwehrte Teilhabe. „Gerade für eine öffentlichen Einrichtung ist das für mich nicht akzeptabel!“ Zudem seien die Exponate wenig ansprechend ausgestellt und für den Besuch von Familien mit Kindern und Jugendlichen ungeeignet. „In der Geschichte Rottweils spiegelt sich auch die Geschichte unserer Heimat und damit die deutsche Geschichte wieder. Um diese zugänglich zu machen, braucht es heutzutage eine Ausstellung, die einer modernen Museumspädagogik für aller Altersgruppen entspricht.“ Deshalb schlägt Jehle-Mungenast vor: „Eine solche Ausstellung muss alle Sinne ansprechen: Die Geschichte Rottweils soll man hören, fühlen, riechen und vielleicht sogar schmecken können!“ Erfahrungswerte ließen sich durch die Rottweiler Audioguides übertragen, mit denen bereits ein erster Schritt gemacht wurde, der allerdings an der dicken Holztür des Stadtmuseums endet. 

Während des Besuchs am Sonntagnachmittag in den städtischen Räumlichkeiten war Familie Jehle überwiegend alleine im Museum unterwegs. „Alleine dadurch, dass das Museum lediglich zwei Stunden am Tag geöffent hat, haben die meisten Besucher Rottweils gar nicht die Gelegenheit die Ausstellung zu besuchen.“ Daher kann sich der 38-jährige vorstellen, statt des stationären Museums eine Ausstellung einzurichten, die in der Innenstadt verteilt ist. „Eine solche Ausstellung hat keine Öffnungszeiten, regt die Besucher zum Endecken der Innenstadt mit seinen Gassen und beeindruckenden Gebäuden an und sorgt für Belebung. Insbesondere einige der Leerstände könnten so mit neuem Inhalt gefüllt werden.“