WFV-Ehrenamtspreis 2025 in Rottweil – Ein Fest für all jene, die den Fußball erst möglich machen

wfv-Maskottchen Willi mit dem Sportvorstand Markus Weinert vom Gewinner des Vereinsehrenamtspreises SV Wurmlingen.
copyright Frank Chudoba

Am 29. November 2025 lud der Württembergische Fußballverband in den festlich gestalteten Hofer-Saal der Kreissparkasse Rottweil ein, um die Menschen zu würdigen, die den Fußball im Bezirk Schwarzwald-Zollern Tag für Tag ermöglichen. Seit nunmehr 25 Jahren bietet die Kreissparkasse dafür den Rahmen – ein Zeichen, wie sehr ehrenamtliches Engagement hier verankert ist.

Schon zu Beginn wurde deutlich, wie stark die Bedeutung des Ehrenamts in der Region empfunden wird. Hardy Landbeck erinnerte daran, dass freiwilliges Engagement besonders in einer Zeit, in der gesellschaftlicher Zusammenhalt zunehmend unter Druck gerät, ein tragendes Element bleibt. Wer sich in Vereinen einbringt, stifte Gemeinschaft, halte Strukturen lebendig und übernehme Verantwortung, die weit über das Sportliche hinausreicht.

Auch Christian Kinzel, Vorstandsvorsitzender von der Kreissparkasse Rottweil, betonte, dass viele soziale Prozesse ohne Ehrenamt nicht denkbar wären.
Ehrenamtliche Helfer leisten einen unschätzbaren Beitrag zur sozialen Integration – und sie übernehmen Verantwortung für unser Gemeinwesen.“
Sportvereine seien Lernorte für Fairness, Teamgeist und Toleranz – Werte, die auch außerhalb des Vereinslebens tragen. Gleichzeitig verwies er darauf, dass diese Arbeit in erster Linie von Menschen geleistet werde, die im Hintergrund wirken und deren Beitrag häufig unterschätzt wird. Bundesweit vergibt die Sparkassenfinanzgruppe jährlich 400 Millionen Euro an gemeinnützige Projekte.

Ehrenamt als Haltung – Gedanken aus der Politik

Die politischen Vertreterinnen und Vertreter des Tages beschrieben das Ehrenamt aus unterschiedlichen Perspektiven, aber mit einer gemeinsamen Botschaft: Gesellschaft braucht Menschen, die über die eigene Verantwortung hinausdenken.

Ehrenamt ist das Rückgrat unseres Sports.
Dr. Maria-Lena Weiß

CDU-Bundesministerin Dr. Maria-Lena Weiß sprach darüber, wie eng die Funktionsfähigkeit des Sports mit freiwilliger Arbeit verbunden ist. Sie nannte dabei Zahlen, die die Dimension dieses Engagements sichtbar machen. Rund acht Millionen Menschen engagieren sich deutschlandweit ehrenamtlich im Sport. Allein im Bereich des DFB übernehmen 1,7 Millionen Menschen Aufgaben im Trainings- und Spielbetrieb, in der Organisation und in der Jugendarbeit. In Baden-Württemberg sorgen tausende Ehrenamtliche dafür, dass Woche für Woche über 6000 Mannschaften auf die Plätze kommen.

Diese Zahlen verdeutlichen aus ihrer Sicht, „was Ehrenamt eigentlich bedeutet“. Es sei nicht bloß eine Tätigkeit, sondern Ausdruck einer inneren Haltung – der Überzeugung nämlich, dass unsere Gesellschaft besser werde, wenn Menschen füreinander Verantwortung übernehmen.

Ehrenamt ist nicht nur eine Tätigkeit, sondern eine Haltung. Es ist der feste Glaube, dass unsere Gesellschaft besser wird, wenn wir füreinander Verantwortung übernehmen.
Dr. Maria-Lena Weiß

Sie verwies zudem darauf, dass Engagement auch politische Rahmenbedingungen braucht. Verbesserungen wie die Anhebung der Ehrenamts- und Übungsleiterpauschalen oder Investitionen in Sportstätten würden Vereine spürbar entlasten und ihnen ermöglichen, weiter zukunftsfähig zu arbeiten.

Darüber hinaus hob sie hervor, dass Politik nicht nur loben, sondern auch handeln müsse. Sie nannte ganz konkret:

  • Erhöhung der Ehrenamtspauschale auf 960 Euro
  • Erhöhung der Übungsleiterpauschale
  • Erhöhung der Freigrenze für den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb
  • 1 Milliarde Euro bis 2028 für die Modernisierung von Sportstätten

Auch andere Redebeiträge griffen ähnliche Gedanken auf. So wurde das Ehrenamt als „Kitt der Gesellschaft“ bezeichnet, als Grundlage demokratischer Kultur und als Beispiel dafür, wie gemeinschaftliches Handeln die Lebensqualität in Städten und Gemeinden stärkt.

Daniel Karrais, Mitglied des Landtags, lenkte den Blick auf Herausforderungen, die Vereine heute stark beschäftigen. Immer wieder sei in Gesprächen zu hören, dass Bürokratie, Auflagen und finanzielle Belastungen – etwa durch steuerliche Pflichten – die Vereinsarbeit zunehmend erschweren. Aus seiner Sicht reiche es nicht aus, Anerkennung auszusprechen oder Bonusinstrumente wie die Ehrenamtskarte einzuführen; vielmehr brauche es konkrete Schritte zur Entlastung der Menschen, die sich engagieren. Er betonte zudem, dass die finanzielle Situation der Kommunen eng mit der Lage der Sportvereine verknüpft ist. Wo Kommunen unter Druck geraten, treffe dies auch die Vereine, die auf Unterstützung, intakte Sportstätten und zuverlässige Rahmenbedingungen angewiesen sind. Vereine seien immer ein Teil ihrer Gemeinde – und beide Seiten profitierten davon, wenn Handlungsspielräume erhalten blieben.

Ralf Armleder, ehrenamtlicher Stellvertreter der Stadt Rottweil, erinnerte darüber hinaus mit einem Schmunzeln daran, dass Studien bei Ehrenamtlichen eine höhere Lebenserwartung zeigen. Eine kleine statistische Randnotiz – aber ein liebenswertes Detail in einem Saal voller Menschen, die Tag für Tag genau diese Lebenshaltung praktizieren. Den Beweis liefert ein anwesender Ehrenbezirksvorsitzender selbst: „Ich bin 92. Dank des Ehrenamts“.

Wenn Vereinsgeschichten zu Gemeinschaftsgeschichten werden

Im Laufe des Vormittags wurden Vereine und Einzelpersonen ausgezeichnet, die ihre Vereine mit Ideen, handwerklichem Einsatz, Organisationstalent oder schlicht beständiger Präsenz bereichern. Die Bandbreite ihrer Geschichten zeigte, wie vielfältig Ehrenamt sein kann: Renovierungen in Eigenleistung, Schiedsrichteroffensiven, Jugendausflüge, Verlässlichkeit im Hintergrund, über Jahrzehnte gewachsene Verantwortung und eine große Verbundenheit zu den jeweiligen Ortschaften.

Besonders hervor trat die Beobachtung, dass viele Engagierte nicht nur einzelne Aufgaben übernehmen, sondern zu Identifikationsfiguren für ganze Vereinsgenerationen geworden sind. Menschen wie Wolfgang Minder, der seinem Verein seit über fünf Jahrzehnten dient, oder Markus Fritz, der hunderte ehrenamtliche Stunden in den Ausbau des Vereinsheims investierte, zeigen eindrucksvoll, wie aus persönlicher Leidenschaft eine tragfähige Struktur für viele werden kann.

Ebenso sichtbar wurde der Nachwuchs: Die „Jungen Fußballheldinnen und -helden“ beweisen, dass Verantwortungsbereitschaft nicht vom Alter abhängt. Sie engagieren sich als Trainer*innen, Organisatoren oder verlässliche Allrounder in ihrem Umfeld – und bringen frischen Wind in die Vereine der Region.

Der Ehrenamtstag 2025 in Rottweil zeigte sehr anschaulich, wie viel Kraft in den lokalen Vereinen steckt. Die Geschichten, die Erlebnisse und auch die leisen Zwischentöne des Tages machten deutlich, dass Sportvereine nicht nur Trainings- und Spielorte sind. Sie sind soziale Räume, in denen Kinder Selbstvertrauen gewinnen, Jugendliche Halt finden und Erwachsene ein Miteinander erleben, das weit über den Fußballplatz hinauswirkt.

Die Veranstaltung war damit nicht nur eine Rückschau auf herausragende Leistungen, sondern zugleich eine Einladung, sich selbst einzubringen – sei es im Trainerteam, im Wirtschaftsbetrieb, im Jugendbereich oder dort, wo ein Verein gerade Unterstützung braucht. Engagement muss nicht groß beginnen. Es wächst im Tun – Schritt für Schritt, Begegnung für Begegnung.

Wer sich einsetzt, stärkt nicht nur seinen Verein, sondern immer auch das Miteinander in der eigenen Gemeinde.

Die Gewinner im Überblick

Vereinsehrenamtspreis 2025:

1.Platz: SV Wurmlingen
Der SV Wurmlingen wurde für seinen außergewöhnlich starken Gemeinschaftsgeist und ein großes Bauprojekt ausgezeichnet. Über 5.000 ehrenamtliche Stunden, rund 100 Helferinnen und Helfer und der erfolgreiche Neubau des Sportheims prägten die Entscheidung. Zudem überzeugte der Verein durch eine Schiedsrichteroffensive, mit der das Kontingent von zwei auf zwölf Schiedsrichter erhöht wurde. Die Jugendabteilung organisiert wichtige Turniere eigenständig.

2. Platz: FC Killertal 04
Der Verein wurde für seine umfassende Jugendarbeit, seine Nachwuchsförderung, die Sanierung der Sportanlagen in Zusammenarbeit mit der Gemeinde sowie den Neubau eines Aufenthalts- und Schulungsraums in Eigenleistung ausgezeichnet.

3. Platz: SpVGG Leidringen
Die SpVgg Leidringen überzeugte durch kontinuierliches Engagement und ein lebendiges Vereinsleben mit regelmäßigen Veranstaltungen, Renovierungsarbeiten (u. a. Flutlicht, Fangzäune und Banden) und Jugendaktionen.

Junge Fußballhelden 2025

Diese Aktion würdigt junge Menschen (18 bis 30 Jahre), die sich in besonderer Weise im Kinder- und Jugendbereich einsetzen.

  • Tina Förster (TSV Stetten-Hechingen)
  • Florian Barth (TSG Balingen)
  • Anna Sophia Ganter (FC Hardt)
  • Kaan Scherer (SV Rötenberg)

Preis: je einen Trainerbildungsgutschein im Wert von 100 € und eine Bildungsreise nach Berlin

Sieger: David Honer (SV Renquishausen)
Preis: fünftägige Bildungsreise nach Spanien und Bildungsgutschein

DFB-Ehrenamtspreis 2025

Der DFB-Ehrenamtspreis würdigt langjährige, herausragende Leistungen im Verein – oft über Jahrzehnte hinweg. Ausgezeichnet wurden u. a. Vereinsmenschen, die das Vereinsleben teils über 20, 30 oder sogar mehr als 50 Jahre geprägt haben: Vorsitzende, Jugendleiter, Trainer, Schriftführer, Organisatoren, Platzwarte, Bauverantwortliche und „gute Seelen“ der Vereine.

  • Wolfgang Minder (SC Wellendingen)
  • Stefan Reger (VFR Wilflingen)
  • Aline Islinge (FV Aichhalden)
  • Andreas Reudelsterz (SpVgg Bochingen)
  • Thomas Sautter (SV Erzingen)
  • Michael Schleich (FV Rot-Weiß Ebingen)
  • Michael Herrmann (FC Hardt)
  • Mario Hils (SV Mariazell)
  • Alexander Kämpf (SC 04 Tuttlingen)
  • Helga Schneider (VFL Mühlheim)
  • Daniel Ritter (SV Dotternhausen)
  • David Eppler (TSV Brittheim)
  • Sebastian Hug (SV Dürbheim)
  • Oliver Utz (SV Durchhausen)

Die Preisträgerinnen und Preisträger erhalten eine DFB-Ehrenamtsuhr, einen Blumenstrauß und die offizielle Ehrenurkunde des DFB. Die Auszeichnung wird im Rahmen einer persönlichen Ehrung durch Vertreter des Verbandes und der Kommunen überreicht.

DFB-Ehrenamts-Bezirkssieger 2025 und Mitglied im 100-Club

Markus Fritz (SV Irndorf)
Er wurde ausgezeichnet für seinen außergewöhnlichen Einsatz, insbesondere für die bauliche Erweiterung des Vereinsheims, die er mit rund 500 ehrenamtlichen Stunden nahezu im Alleingang bewältigte. Gleichzeitig trägt er als Vorstand Verantwortung im laufenden Vereinsbetrieb und engagiert sich in vielen Bereichen des Clublebens.
Der Sieger des DFB-Ehrenamtspreises wird in den exklusiven DFB-Klub 100 aufgenommen und nimmt an einem dreitägigen bundesweiten Ehrenamtswochenende teil. Dazu erhält er eine offizielle Auszeichnung mit Ehrengeschenken sowie eine Einladung zur zentralen DFB-Ehrungsveranstaltung am 18. April in Dortmund.


Vereinsehrenamtspreis 2025 3. Platz SpVgg Leidringen

Vereinsehrenamtspreis 2, Platz FC Killertal 04

Vereinsehrenamtspreis 1. Platz SV Wurmlingen

Junge Fußballhelden 2025 Florian Barth (2. von links) und Tina Förster (4. von links)

Junge Fußballhelden 2025: Kaan Scherer (2. von links) und Anna Sophia Ganter (4. von links)

Junge Fußballhelden 2025: Sieger David Honer (3. von links)

DFB-Ehrenamtspreis 2025: Wolfgang Minder (3. von links) und Stefan Reger (4. von links)

DFB-Ehrenamtspreis 2025: Aline Islinger (3. von links) und Andreas Reudelsterz (4. von links)

DFB-Ehrenamtspreis 2025: Thomas Sautter (2. von links) und Michael Schleich (4. von links)

DFB-Ehrenamtspreis 2025: Mario Hils (4. von links) und Michael Herrmann (5. von links)

DFB-Ehrenamtspreis 2025: Helga Schneider (3. von links) und Alexander Kämpf (4. von links)

DFB-Ehrenamtspreis 2025: Daniel Ritter (4. von links) und David Eppler (5. von links)

DFB-Ehrenamtspreis 2025: Oliver Utz (3. von links) und Sebastian Hug (5. von links)

DFB-Ehrenamts-Bezirkssieger 2025 Markus Fritz (3. von links)

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