Wohnzimmergespräch mit Luigi Pantisano
Auch den verkehrspolitischen Sprecher der Linken Bundestagsfraktion konnte die Deutsche Bahn nicht pünktlich von Stuttgart nach Rottweil bringen: Luigi Pantisano wies allerdings sehr sachlich darauf hin, dass nicht die Bahn, sondern ein rauchender Passagier 15 Minuten Verspätung
geschaffen hatte.
Und so war auch der Tenor seiner Ausführungen im Gespräch mit den Rottweiler Mitgliedern der Gäubahninitiative: Nicht so sehr die Bahn ist schuld an den vielen Problemen der Schiene, sondern es sind die Vorgaben der Politik, die das staatseigene Unternehmen umsetzen muss. Dieter Weitz und Michael Leibrecht von der Gäubahninitiative nutzten die Gelegenheit, ihren ganzen Frust über politische Matadore von Berlin bis hin zu den Bürgermeistern der Gäubahn-Anlieger herauszulassen, heißt es in der Pressemitteilung der Linken. Pantisano machte jedoch bei der neuen Vorstandsvorsitzenden Evelyn Palla gute Aussichten aus, dass in Zukunft mehr die Bedürfnisse der Reisenden in den Vordergrund treten könnten und sich das Kapitalinteresse dem unterordnen müsse.
An anderer Stelle blieb eine Kontroverse mit der Initiative bestehen. Auf Margit Gärtners Frage, wie man den Pfaffensteigtunnel von Böblingen zum Stuttgarter Flughafen mit seinem schier unglaublichen Finanzbedarf noch verhindern könne, wies der Gast aus Stuttgart auf die fertigen Pläne und rechtlichen Voraussetzungen hin: Der Tunnel werde gebaut. Aber der neue Stuttgarter Tiefbahnhof werde wegen des Vorhabens des hypermodernen Digitalknotens noch sehr viele Hürden zu überwinden haben. Und dann werde er womöglich immer noch nicht funktionieren. Deshalb: So lange sei die Kappung der Gäubahn nicht möglich und es müssten oberirdische Geleise verbleiben. Diese Entwicklung müsse genau beobachtet werden.