
Kürzlich stattete der FDP-Landtagsabgeordnete und Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, Daniel Karrais, Bürgermeister Jürgen Leichtle in Lauterbach einen Besuch ab. Mit komfortabler Zweidrittelmehrheit wurde Jürgen Leichtle im vergangenen Jahr im ersten Wahlgang zum Bürgermeister gewählt. Die vergangenen Monate waren für ihn gefüllt mit vielen Herausforderungen, neuen Aufgaben und Projekten, so Leichtle gleich zu Beginn des Gesprächs.
Im Wahlkampf hat sich Leichtle für die Sanierung der Durchgangsstraße L 108 stark gemacht. Dieses Thema möchte er nun auch angehen und baldmöglichst umsetzen. „Mehr als die Hälfte der Landesstraßen im Landkreis Rottweil liegen in der Benotung zwischen 4 und 5. Da gehört die Zufahrt nach Lauterbach sicher dazu. Dies sollte wirklich dringend geändert werden“, so der FDP-Landtagsabgeordnete Daniel Karrais, der gleich Unterstützung zusagte.
Als Entwicklungs- und Zukunftsthema sehe der Bürgermeister den Tourismus. „Als Schwarzwaldgemeinde haben wir viel zu bieten. Wir müssen aber schauen, dass es hier noch eine Attraktion gibt, die Leute in den Ort zieht“, so Leichtle. Mit fast 50.000 jährlichen Übernachtungen sei das Vor-Corona-Niveau nahezu wieder erreicht und auch die Möglichkeiten für geselliges Beisammensein sei durch die örtliche Gastronomie gesichert.
Die Nahversorgung mit Lebensmitteln und die fehlende Postfiliale wolle der Bürgermeister der 2.900-Personen-Gemeinde angehen. Privatpersonen und Unternehmer seien verärgert. Die verschiedenen Lösungen, die angedacht und diskutiert wurden, führten bisher nicht zum Erfolg. Karrais und Leichtle tauschten sich dazu über verschiedene Möglichkeiten und Erfahrungen aus anderen Gemeinden aus. „Das Problem der Verfügbarkeit der Postfilialen haben wir sogar in größeren Kommunen. Ich habe manchmal das Gefühl, dass das von der Post ausgesessen wird. Dabei gibt es eine Versorgungsverpflichtung, die von der Bundesnetzagentur kontrolliert werden sollte“, erklärte der Abgeordnete. Für die Nahversorgung brachte Karrais die Idee eines Genossenschaftsladens ins Spiel.
Auf Nachfrage Karrais, wie hoch denn die Belastung durch Kriegsvertriebene und Flüchtlinge sei, antwortete Leichtle, dass sich viele Einwohner ehrenamtlich engagierten und die Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Rottweil sehr gut funktioniere. Zurzeit seien 84 Ukrainer in der Gemeinde untergebracht, die an einer Integration interessiert seien und sich in die Gemeinschaft einbringen, so Leichtle.
In Sachen Umweltpolitik fragte Karrais nach dem Umgang mit geogenbelasteten Böden, also Böden, die von Natur aus erhöhte Schwermetallkonzentration haben. Auch mögliche Radon-Belastungen seien in Lauterbach beim Bauen mitzudenken. „Dieses Thema stellt uns beim Neubaugebiet und der Sanierungen von Straßen immer wieder vor Herausforderungen. Die Kosten für die Entsorgung der Böden übersteigt manches Budget“, so Leichtle. Karrais sagte zu, die Frage der Entsorgung solcher Böden im Umweltausschuss zum Thema zu machen. „Es ist schwer nachvollziehbar, warum natürlich vorkommender Dreck aufwendig entsorgt werden muss“, kritisierte Karrais.
Zum Abschluss sprachen die beiden Politiker über die Energiewende und deren Umsetzung in Lauterbach. „Da wir in einem Tal liegen und nicht viele Freiflächen zur Verfügung haben, gibt es nur wenig Entwicklungsflächen für Wind und PV“, so Leichtle. Wo es gehe, werde man aber offen für das Thema sein.