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Pressemitteilung

„Wir reiten ein totes Pferd“

Grüne beantragten im Regionalverband Vertagung der Entscheidungen bezüglich des regionalen Gewerbegebiets Sulz

Einen neuen Blick auf das geplante regionale Gewerbegebiet in Sulz wünschen sich die Grünen zusammen mit der ÖDP und hatten daher beantragt, diesen Punkt von der Tagesordnung der Sitzung des Regionalverbands am Freitag in Villingen zu nehmen. Denn mittlerweile hat sich nicht nur eine Bürgerinitiative gebildet, die es verhindern will, auch sind zahlreiche Grundbesitzer, Landwirte vor allem, nicht bereit, ihr Land für ein Gewerbegebiet herzugeben.

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Sonja Rajsp-Lauer begründete die Forderung: „Es gibt so viele offene Punkte und Zweifel, dass dieses Projekt noch zeitgemäß ist!“ Dazu gibt es inzwischen auch eine Petition gegen das Gewerbegebiet, aber auch zahlreiche Einwände von Behörden und Naturschutzverbänden in ihren Stellungnahmen als Träger öffentlicher Belange. Und eine nötige neue Sichtweise, die die Grünen fordern. „Damals war das eine gute Idee: Wertschöpfung in die Region holen, die Arbeitslosigkeit mindern, und Flächen schien es noch unendlich zu geben. Die heutige Situation ist eine andere.“ Nämlich auch der Verlust von 80 Hektar wertvollem Ackerland, die der Landwirtschaft hier endgültig verloren gehen. Und es fehlt an Interessenten, wie Sonja Rajsp-Lauer betont: Seit 27 Jahren habe sich kein Investor gefunden, der ernsthaft und dauerhaft Interesse habe. Erst kürzlich habe ein Batteriezellenhersteller zwar Interesse gezeigt, müsste für das Vorhaben aber Unmengen von Neckarwasser abzapfen, dazu fehlt es massiv an Fachkräften. Statt Ackerland zu Gewerbegebieten zu machen, müsse die Digitalisierung vorangetrieben werden: „Transformation findet nicht nur in Fabrikhallen statt, sondern an Computern! Hier müssen wir vorangehen. Dafür braucht es kein regionales Gewerbegebiet, und wir können uns die Versiegelung der Flächen sparen.“ All diese Punkte ließen die Fraktion daran zweifeln, dass die Weiterführung der jahrzehntelangen Planung in ihrer Sinnhaftigkeit ebenso wie im Blick auf die Kollateralschäden noch zeitgemäß ist. „Wir reiten ein totes Pferd, und nach 27 Jahren sollte man absteigen.“ Der Antrag wurde mit der Mehrheit der anderen Fraktionen abgelehnt, die Versammlung stimmte dafür, die Planung des Gewerbegebiets weiterzuführen. Die Grünen werden jedoch weiterhin gegen das Gewerbegebiet kämpfen, zusammen mit der Bürgerinitiative Pro Mühlbachebene, den Landwirten und den Naturschutzverbänden NABU und BUND.