
Verena Gaiffi ist total glücklich: Aus der Versteigerung des Narrhalla-Bilds von Joachim Strölin sind 3050 Euro zusammengekommen, und die haben die Macher der Aktion jetzt an die Wärmestube gespendet. Dazu gab es 650 Euro, die der Künstler gleich noch obendrauf gelegt hat.
Und das kam so: Das Bild, dessen Grundlage ein Narrhalla-Plakat aus dem Jahr 1903 ist, haben Nina und Michael Grimm gekauft, um es dann für einen guten Zweck zu versteigern. Eine Aktion, die so eigentlich jedes Jahr stattfindet, in diesem Jahr, wie so vieles, digital. Am Ende gewann die Rottweiler Zahnärztin Dr. Houma Kustermann das Werk, zusammen überreichten sie den Erlös an Verena Gaiffi von der Wärmestube.
"Das ist so klasse!", freute sie sich. "Nun können wir vielleicht das königliche Frühstück wieder auferstehen lassen." Das gab es bis vor einiger Zeit: Jeden Monat durften die Gäste der Wärmestube wahrhaft königlich schlemmen, aufgedeckt auf weißen Tischdecken. Die Aktion ging zurück auf das Rottweiler Original Karl Lambrecht, der für seine Beerdigung darum bat, statt Blumen der Wärmestube zu spenden. "Da kam richtig viel zusammen", erinnert sich Verena Gaiffi. Der Betrag ist inzwischen aufgebraucht, "nun können wir das wieder machen." Und der dringend benötigte neue Boiler für die Wärmestube ist vielleicht auch drin.
Die Wärmestube ist derzeit zwar geschlossen, aber einzelne Besucher sind erlaubt, wie Verena Gaiffi erzählt. "Sie dürfen nacheinander kommen und sich bei einem Kaffee oder Tee aufwärmen." Auch für diejenigen, die eigentlich ganz ohne Obdach sind, gibt es in diesen eisigen Tagen Hilfe: Zwei Zimmer und ein Bad stellt die Stadt Rottweil in den ehemaligen Räumen der Firma Breucha zur Verfügung, zusätzlich zu der Notunterkunft am Omsdorfer Hang. "Die Stadt ist ja dazu verpflichtet, diesen Menschen etwas anzubieten", betont die Sozialarbeiterin.