
Das erstmals aufgelegte Programm „FreiRäume“ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst steht für die Nutzung von bisher leerstehenden Gebäuden und kulturellen Einrichtungen, die als gemeinschaftliche neue Kultur- und Begegnungsorte vor allem auf dem Land geschaffen werden sollen.
Laut Kunstministerin Theresia Bauer ist das Ziel „offene Räume für Kunst und Begegnung zu schaffen“. Das Zimmertheater Rottweil hat sich in Kooperation mit der Stadtkapelle Rottweil, dem Jazzfestverein und dem Freundeskreis Asyl beworben und plant unterschiedliche Projekte in unterschiedlichen Konstellationen. Die Laufzeit des Projekts geht über zwei Jahre. Wir danken der Stadt Rottweil, die die Alte Stallhalle ohne extra Mietkosten zur Verfügung stellt.
Bisher konnten sich nur sechs Projekte von 45 Bewerbern für die Auswahl qualifizieren, die von einem unabhängigen Fachgremium getroffen wurde. Zu den geförderten Einrichtungen gehören außer dem Zimmertheater Rottweil mit der Alten Stallhalle in Rottweil, das Eppinger Figurentheater, eine Fabrikhalle in Löffingen, die ehemalige Synagoge Neidenstein, die Schlossscheuer in Ammerbuch und die Zehntscheuer in Gernsbach. Für die nächsten Jahre stehen aus dem Impulsprogramm der Landesregierung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt insgesamt 2,4 Millionen Euro zur Verfügung. Die Ausschreibung läuft 2021 weiter. Das Zimmertheater wird etwa 70.000 Euro in den beiden Jahren bekommen.
Im Oktober konnte das Zimmertheater in der Alten Stallhalle spielen: "Es hat uns gefreut, dass die beiden Vorstellungen von der neuen Inszenierung 'Atmen' von Duncan Macmillan so gut besucht waren. Uns erging es besser als einigen anderen Theatern, wir konnten immerhin die Premiere noch vor dem Lockdown herausbringen. Es ist für alle Beteiligten schrecklich, wenn eine Produktion, für die alle lange und hart gearbeitet haben, dann nicht gezeigt werden kann." sagt Intendantin Bettina Schültke. "Die Alte Stallhalle ist ein toller Ort mit einer auch für Theater großartigen Atmosphäre. Es gibt aber doch einige Tücken wie die schwierige Akustik, das konnten wir mit dem Anmieten und Neukauf von Tontechnik lösen."
Proben darf man im Moment, spielen nicht. Peter Staatsmann probt mit Meinolf Steiner, Nora Kühnlein, Lukas Kientzler, Stephan Müller, Elisabeth Kreuzer und Dorin Grama Kleists Klassiker „Prinz von Homburg“. "Wir entdecken in diesem großen Schauspiel über Realität und Traum, über Gesetz und Recht und die Kraft der Insubordination viele aktuelle Bezüge." Alexander Kluges Text über das Gefährliche bei Kleist treffe die Faszination, die von seinen Texten ausgeht, sehr gut: „Kleists Kunst hat etwas Kontaminierendes, Ansteckendes, es ist die Krankheit der Fantasie, mit der er uns infiziert.“ Wann die Premiere allerdings stattfinden kann, steht derzeit in den Sternen.
Kürzlich hatte das Theater Besuch von der Abendschau und hier geht es zum Kurzbericht über die aktuelle Situation des Zimmertheaters aus dem ARD-Mediathek.