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Klimawandel bewegt - Schüler informieren und organisieren sich

Auch Rottweiler Schüler freitags auf Klima-Demo
14.03.2019 von Frank Chudoba

"Du bist nie zu klein, um etwas zu bewirken", lautet ein ins deutsche übersetzte Zitat einer schwedischen Aktivistin, die seit einem halben Jahr weltweit Bekanntheit erlangt hat: Greta Thunberg. Statt nach den Sommerferien die neunte Klasse ihrer Schule zu besuchen, setzte sich die 15-Jährige - wegen der anstehenden Wahlen - täglich, drei Wochen lang mit einem „Skolstrejk för klimatet“ („Schulstreik für das Klima“) beschrifteten Schild vor den Schwedischen Reichstag. Exakt zwei Monate nach Beginn Ihres Streiks hielt sie in Helsinki beim bislang größten finnischen Klimamarsch eine bewegende und eindringliche Rede vor über 10000 Demonstranten.
"Manche sagen, wir sollten studieren, um Klimaforscher zu werden, damit wir "die Klimakrise lösen" können. Doch die Klimakrise ist bereits gelöst. Wir haben bereits alle Fakten und Lösungen. Alles, was wir tun müssen, ist aufzuwachen und zu verändern."
Die Aufnahmen erreichten die sozialen Medien. Das Video verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Spätestens jetzt ist sie das Gesicht einer neuen weltweiten Bewegung, welche eine konsequente Umsetzung des Klimaschutzes fordert - und zwar heute und nicht erst in Jahrzehnten.


Den besten Einblick über die Aktivitäten von Greta Thunberg erhält man auf ihrem eigenen Twitter-Account - mit knapp 3000 Beiträge und tausende Bilder aus aller Welt: twitter.com/GretaThunberg


Unter dem Motto #FridaysforFuture versammeln sich seit Monaten die Schüler jeden Freitag auf Klima-Demos. Lautstark bringen sie mit „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“ ihre Empörung zum Ausdruck. Sie fühlen sich nicht ernst genommen. Und dieses bestätigen die Politiker um Christian Lindner gleich höchstpersönlich via twitter. 


Rottweiler Schüler treffen sich am 15. März 2019
um 11:30 Uhr im Stadtgraben,
Abschluss-Kundgebung am Alten Rathaus in Rottweil


Doch nicht nur die Schüler fühlen sich betrogen und verraten, wenn es um wirkliche Bemühungen für die Umwelt und das Klima geht. Das Erreichen der Ziele der Klimakonferenz 2015 ist kaum zu erwarten. Die Bundesregierung schiebt das Nichterreichen der selbst gesteckten Klimaziele auf das Wirtschaftswachstum! Der Ausstieg aus der Braunkohle wird auf Jahrzehnte verschoben. Das Abholzen des Hambacher Forstes zu Gunsten den Braunkohle-Abbaus konnte gegen den Willen eines Energieversorgers und zahlreicher Politiker vorübergehend abgewendet werden - dank des Engagements von Umweltaktivisten. 
Selbst beim größten Betrug in der Automobilgeschichte, dem Dieselskandal, werden die betroffenen Hersteller geschont. Nicht sie sollen dafür zahlen oder Konsequenzen tragen, sondern der Verbraucher via Fahrverbot und Wertverlust des Kraftfahrzeuges. Wenn es um Alternativen bei der Mobilität geht, wird man in Deutschland nicht wirklich fündig. Das Elektro-Auto benötigt große Ressourcen, die nicht umweltgerecht abgebaut werden können. Eine Infrastruktur für das Aufladen der Fahrzeuge ist nicht ausreichend vorhanden. Selbst Energieversorger prangern heute fehlende Kapazitäten im Stromnetz an. Die Entsorgung der Batterien ist ebenfalls nicht geklärt und auch ohne Elektromobilität eines der zehn größten Umweltprobleme weltweit. Ganz nebenbei: bis heute gibt es keine umweltverträgliche Lagerung verbrauchter Brennstäbe der Atomkraftwerke. Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel - Fehlanzeige. Stattdessen plant die Deutsche Bahn die Preise zu erhöhen. Artensterben, Glyphosat, Fracking, marode Atomkraftwerke, Lungenfachärzte, die sich sich als Lobbyisten entpuppen. Deutschland ist Müllweltmeister. 
Wir brauchen keine Verbote, sondern echte Alternativen.

Eine Rottweiler Schülerin, die auch wegen der leider üblichen Anfeindungen gegen Umweltaktivisten unbekannt bleiben möchte, schickte uns Bilder und einen kurzen Bericht zur Teilnahme Ihrer Klasse an der Fridays for Future-Klima-Demo in Stuttgart:

„Meine Klasse hat sich in letzter Zeit viel mit der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg beschäftigt, welche vom 23. bis 25.01.19. auf dem Wirtschaftsforum in Davos klarstellte, wie wichtig Umweltschutz für unsere Zukunft ist. Wir folgten ihrer Idee und gingen am 15.02. nach Stuttgart, um dort an einem der Klimastreiks teilzunehmen, die dort jeden Freitag um 11 Uhr vor dem Rathaus stattfinden. Nach Polizeiangaben trafen dort 1000 Schüler zusammen.
In Deutschland werden es immer mehr Menschen, die dafür kämpfen eine bessere Zukunft für sich, ihre Kinder und deren Kinder zu schaffen. Es war ein tolles Gefühl, in einer so großen Menschenmenge zu stehen und zusammen für das Gleiche zu kämpfen. Wenn man dann so da steht und an die Zukunft denkt, stellt man sich die Frage was man selbst für die Umwelt tun kann. Seit ich auf der Demo war, bin ich super vernetzt und bekomme täglich neue Informationen was ich selbst tun kann, um unsere Erde besser zu schützen. Zum Beispiel kann ich Deo, Shampoo und Duschgel leicht selber herstellen und somit viel Müll vermeiden. Auch beim Einkaufen achte ich jetzt genau darauf, wie und wo ich das tue. Auf dem Markt bekomme ich ohne Plastikverpackung leckere Nahrungsmittel und spare mir somit, 5 Säcke Plastikmüll vor das Haus zu schleppen. Ich wünsche mir sehr, dass die Menschen sich darüber Gedanken machen, was mit unserer Zukunft passieren wird, wenn wir jetzt nichts ändern. Ich hoffe sehr, dass sie sich das zu Herzen nehmen und den Klimawandel stoppen.“

Schüler aus über 100 Ländern beteiligen sich am 15. März am Streik
über 1000 Demos weltweit angekündigt

Dass #FridaysforFuture funktioniert, hat mehrere Gründe. Die Aktionen sind parteilos, frei von Verbänden, organisieren sich eigenständig. Es ist an keinen Ort gebunden. Es erhält große mediale Aufmerksamkeit. Die Schüler vernetzen sich aus Neugier, nicht aus Angst. Und der shitstorm auf die jungen Aktivisten verstärkt das "jetzt erst Recht". Die Umweltaktivisten erleben das Gefühl, nicht alleine zu sein. Etwas Sinnvolles und vor allem Notwendiges zu tun ist die größte Motivation. Es trifft den Nerv der Zeit und der Verantwortlichen.
Schulfrei ist nicht der Grund für die Teilnahme, da sie den Unterricht und die Hausaufgaben nacharbeiten müssen, lange Anfahrten bei jedem Wetter auf sich nehmen und Gegenwind erfahren müssen. Schweizer Schüler streiken am Samstag. Die Beteilung auf den Demos ist sogar höher als in Deutschland. 

Am kommenden Freitag sind weltweit in über einhundert Ländern über eintausende Demonstrationen für den Klimaschutz angekündigt. 
Hier kannst Du die Veranstaltungsorte aufrufen: fridaysforfuture.org

Nicht alle sind begeistert

Das "Schwänzen" des Unterrichts stößt bei einigen Personen nicht auf Begeisterung. Die Schüler sollen doch lieber für die Zukunft und für Ihr Berufsleben lernen und - scheinbar wie sie selbst - tatenlos beim Klimawandel und bei der Verschmutzung von Land, Luft und Wasser zuschauen. 
Doch mal im Ernst: Hätten die Schüler jemals die Aufmerksamkeit bekommen, wenn sie sich in ihrer Freizeit versammelt hätten. Treten Gewerkschaften während der Betriebsferien in den Streik? Nein. Es muss zum denkbar unpassensten Zeitpunkt sein.

Andere sprechen von einer Klimalüge und dass Greta das Instrument von linken Gruppen wäre, die sich an den scheinbar unnötigen Umwelt-Maßnahmen bereichern. Dabei beziehen sie sich auf Quellen, die von Wirtschaftslobbyisten in Umlauf gebracht wurden, da Maßnahmen zum Umweltschutz die Gewinne schmälern und maßlose Ausplünderung des Planeten verhindere. 
Zum Mythos Klimalüge finden Du hier einen passenden Beitrag.

Der nächste Schritt: machen
Was wir für die Umwelt und das Klima tun können

Etwas für die Umwelt und das Klima tun, heißt nicht unbedingt, auf alles Schöne zu verzichten. Es ist der Beginn einer bewussten Lebensart. Für eine bessere Übersicht in Stichworten:

Konsumverhalten

  • Bekleidung länger nutzen statt immer neu kaufen
  • gebraucht kaufen: Second Hand und Tauschbörsen nutzen
  • Upcycling: Aufbereitung alter Gegenstände
  • Minimalismus: stell Dir immer die Frage: brauche ich das wirklich?
  • mehr selber machen
  • Produkte gemeinsam nutzen und mit anderen teilen:  spart sogar Geld
  • Auf Plastikverpackung verzichten, direkt vom Markt oder Bauernhof kaufen.
    Viele Märkte verzichten jetzt auf Umverpackungen
  • keine Einweg-Produkte
  • auf Inhaltsstoffe achten (kein Palmöl)
  • Der Konsument hat DIE Macht.
  • Konsum = Geld verdienen = Lebenszeit für Arbeitszeit verbrauchen
  • regional einkaufen / Region stärken, Güterverkehr aus Online-Shopping reduzieren
  • Auf die Produktionsbedingungen der Hersteller achten

Ernährung

  • weniger Fleisch essen
  • auf vegetarische / vegane Ernährung umstellen
  • nachhaltiger Anbau von Lebensmittel
  • ökologische Produktion (Avocados benötigen sehr viel Wasser)
  • bevorzugt bio
  • bevorzugt regional
  • bevorzugt saisonal
  • Permakultur
  • Kunstdünger und Pestizide vermeiden
  • Foodsharing: nicht genutzte Lebensmittel weitergeben

Verhalten

  • Müll richtig trennen
  • noch besser: Müll vermeiden
  • Wäscheleine statt Wäschetrockner
  • Waschen nur was wirklich schmutzig ist
  • Naturmaterialen / Holz / Glas statt Plastik-Waren verwenden
  • Waschprodukte / Putzmittel selber herstellen / Essig statt Weichspüler / Eierschalen als Scheuermittel
  • Naturkosmetik (ohne Chemie, Mikroplastik, vegan)
  • Produkte aus nachwachsenden und recyclingfähigen Rohstoffen statt Kunststoff
  • Weniger verschwenden (Wasser, Strom, Wärme)
  • Energie sparen (nicht benötigte Geräte ausschalten), LED-Lampen (!), Dämmung (!)
  • nachhaltig Urlaub machen und weitestgehen auf Flugzeug, Kreuzfahrten verzichten
    Wenn sich das nicht verhindern lässt: mit Ausgleichszahlungen Umweltprojekte fördern
  • auch der Zugriff auf das Internet verbraucht Strom
  • Auto stehen lassen / Fahrrad oder zu Fuß
  • natürlichen Lebensraum und Wälder erhalten
  • Fahrgemeinschaften bilden / öffentliche Verkehrsmittel
  • zu Ökostrom wechseln
  • zu einer Ökobank wechseln
    Anders als konventionelle Banken entscheiden sich Ökobanken bei Investitionen klar gegen Investitionen in Waffen, Nahrungsmittel-Spekulation oder klimaschädliche Energieformen
  • Alternativen erfahren und anwenden
  • Aktiv in einer Umweltschutzorganisation mitarbeiten
    macht Spaß, Freunde finden, Glück erfahren, stärkt Selbstvertrauen, Fertigkeiten entwickeln, Kreativ werden
  • eigene Ideen entwickeln / nicht auf andere verlassen oder die Verantwortung abgeben
  • sich für Frieden einsetzen: Kriege zerstören Landschaften für mehrere Generationen
  • Entscheide dich bewusst für etwas (du musst nicht gegen etwas sein und nicht wirklich auf etwas verzichten)
  • Die Natur als Kraftort für sich entdecken
  • die Faszination der Erde nicht als selbstverständlich hinnehmen
  • Teilnahme an Petitionen zu Umweltthemen / Gespräche mit Politikern suchen


Entscheide dich bewusst für - nicht gegen - etwas.
Begeistere Deine Mitmenschen und Freunde zum Mitmachen.
Zwinge ihnen nichts auf und verurteile sie nicht für Ihr Verhalten. 
Agiere als Vorbild. 


Wir brauchen Deine Hilfe!
Schicke uns Deine Ideen, wie das Klima und die Umwelt geschützt werden kann
an redaktion@rottweil-inside.de


Links zum Thema

 

"Du sagst, du liebst deine Kinder über alles,
und doch stiehlst du ihre Zukunft vor ihren Augen"

Greta Thunberg



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