
Gestern Abend beeindruckte Dr. Michael Blume, Antisemitismusbeauftragter des Landes Baden-Württemberg, im vollbesetzten Festsaal des Alten Gymnasiums durch seine Ausführungen zu Bildung, Kultur, Wirklichkeit, Medien und Verschwörungstheorien.
Beginnend mit dem Satz „Geschichte wiederholt sich nicht, sie reimt sich“ führte er anhand der Namen Esther, Sem, Jafet und dem Begriff Aschkenas durch weit mehr als die im Vortragstitel angekündigten ‚1700 Jahre Judentum in Deutschland‘. Er eröffnete für viele der Anwesenden ganz neue, vielschichtige Zugänge zur jüdischen Kultur, den Gemeinsamkeiten der Weltreligionen, der Bedeutung und Entwicklungsgeschichte der verschiedenen Schriften und ihrer Lesarten, nicht zuletzt gestützt auf Erkenntnisse aus der Hirnforschung, und auf die Hintergründe von Verschwörungstheorien und -mythen. Dabei sprach er offen, frei und weit entfernt von didaktischer Belehrung. Stattdessen gab er Raum für Nach- und Rückfragen und wusste immer wieder die Zuhörer*innen im Saal direkt anzusprechen. So wundert es nicht, dass er im Anschluss zum Vortrag sofort Ideen für neuen Wege der Vermittlungen dieser bedeutenden Themen für die Volkshochschule Rottweil initiierte.