
In der Schlosserei von Reinhard Hoffmann im Neckartal entstehen derzeit ganz besondere Metallarbeiten: Die Stelen für den Auferstehungsweg von Tobias Kammerer, die demnächst an der Schenkenbergkapelle bei Emmingen-Liptingen aufgestellt werden. Ein Weg des Lichts, der wegführt vom Grab Christi und damit vom Leiden der Kreuzigung.
Für den der Rottweiler Künstler die Visionen und Wunder, die die Jünger und Freunde Jesu in den Tagen nach der Kreuzigung erlebten, in eindrucksvolle Bronzereliefs gegossen hat. Die Begegnungen mit Jesus selbst, den sie aber häufig nicht erkannten. Am offenen Grab, auf dem Weg nach Emmaus, hinter ängstlich verschlossenen Türen - immer wieder begegnen sie ihrem Messias, bis er schließlich in den Himmel auffährt. Die Bronzeskulpturen von Tobias Kammerer erzählen davon: Vom gefalteten Grabtuch im leeren Grab, vom Brechen des Brotes, vom ungläubigen Thomas.
"Für mich war es eine besondere Herausforderung, diesen Erzählungen ein Gesicht zu geben", erzählt Tobias Kammerer. Reinhard Hoffmann und seine Mitarbeiter haben dafür Stelen aus Tombak geschaffen, in der die Schrift Kammerers eingeschnitten ist. Tombak, auch "Das Gold der Armen" genannt, ist Messing mit einem sehr hohen Kupfergehalt, es wird bevorzugt im sakralen Bereich eingesetzt, wie Hoffmann erzählt. Und es ist ungemein vielseitig, "es bietet sehr viele verschiedene Oberflächen und Farben." So kann es von hellgolden bis braun schimmern, in den unterschiedlichsten Nuancen und Farbtönen.
Seit 2011 arbeitet Reinhard Hoffmann mit Tobias Kammerer zusammen, die erste Arbeit war ein Werk fürs Hospiz in Spaichingen. Und das bringt Herausforderungen für die Metallgestalter im Neckartal. "Wir dürfen uns immer wieder neu erfinden", sagt Reinhard Hoffmann. Und sein Neffe Benjamin Müller betont: "Wenn wir die ganze Zeit das Gleiche machen würden, wäre ich nicht mehr hier."
Die Stelen werden am 30. Mai eingeweiht, die Modelle davon sind schon jetzt zu sehen: Am Skulpturenpark Oberrotenstein bei Hausen, wo sie den Kreuzweg ergänzen, der aus den Modellen des Kreuzwegs im Dom von Hildesheim besteht.