
Seit 55 Jahren begeistert das „Rottweil Musikfestival Sommersprossen“ das Publikum mit spannungsreichen Konzertformaten und Spielfreude auf allerhöchstem Niveau. Bei aller Tradition ist das Festival aber inhaltlich jung geblieben. Worauf Intendant und Star-Violinist Florian Donderer besonderen Wert legt: das Festival soll zunehmend weiblicher und diverser werden und eine größere kultureller Vielfalt abbilden. Herausgekommen ist: exquisite Kammermusik mit der Crème de la Crème der Musikszene, dabei auch einige Werke von selten gespielten Komponistinnen, ein Konzert des SIGNUM Saxophon Quartett mit Cellobegleitung - das Programm reicht von Bach bis Piazzolla -, ein besonderes Musikprojekt mit Profis und Laien mit „Musik aus´m Städtle“, ein Kinderkonzert „Der kleine Prinz“ und schließlich das hochgelobte Signum Quartett des Intendanten, das kurz zuvor sein Debut in der Carnegie Hall New York feiern wird.
Das Markenzeichen des Festivals: jedes Jahr findet sich hier ein handverlesenes Ensemble aus international bekannten und renommierten Musikerinnen und Musikern zusammen, das Konzertprogramme exklusiv für das Rottweil erarbeitet. Viele von ihnen sind quasi Stammgäste, die die einmalige Atmosphäre in Rottweil genießen. „Dass dabei etliche Mitwirkende ihre Wurzeln in Rottweil haben, zeigt einmal mehr, welches Potential in unserer Stadt steckt“, freut sich Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf. Auch Fachbereichsleiter Marco Schaffert lobt das gelungene Programm und das besondere Ambiente. „Dass wir dank der guten Zusammenarbeit mit der Kunststiftung Hauser wieder die Werkstatthalle des Künstlers als zentralen Konzertort bespielen dürfen, gibt unserem Festival einen einzigartigen und stimmungsvollen Rahmen“, so Schaffert. Dieses Jahr wird es aber nach Corona erstmals wieder einen Ausflug geben, an einen vertrauten und bewährten Ort: die Predigerkirche.
Programmflyer und Tickets sind ab sofort erhältlich.
Konzert 1: „Serenade für György“, 3. Juli, 19 Uhr
Doch zunächst findet der Auftakt am 3. Juli in der Werkstatthalle statt. Das hochkarätig besetzte Festivalensemble spielt zu Ehren des vor 100 Jahren geborenen Komponisten György Ligeti ausgesuchte Werke von ihm und etlichen seiner Zeitgenossen, von Sándor Veress und Jean Francaix über Pierre-Max Dubois und Albert Roussel bis Francis Poulenc. Eingeleitet wird das Konzert von einem kleinen Präludium mit der Klarinettenklasse Marion Schmidt der Städtischen Musikschule. Neben Florian Donderer spielen bekannte Gesichter wie Kilian Herold, Theo Plath, Emma Yoon und Kiveli Dörken, aber auch die „Rottweiler“ Simon Strasser, Fritz Pahlmann und Janina Ruh. Erstmals in Rottweil dabei ist die Ausnahme-Flötistin Daniela Koch.
Konzert 2: „Anerkannt/Unerkannt“, 5. Juli, 20 Uhr
Es folgt zwei Tage später die Würdigung einer in ihrer Zeit kaum wahrgenommenen Komponistin: Mel Bonis, eigentlich Mélanie Hélène Bonis (1858-1937), für die es als Frau unglaublich schwierig und eigentlich unmöglich war, sich gegenüber ihren männlichen Kollegen durchzusetzen und die deswegen teils unter Pseudonym veröffentlichte. Ihrem Klavierquartett Nr. 1 in B-Dur werden Werke berühmter männlicher Kollegen gegenübergestellt, ein Duo für Violine und Viola von Mozart und ein Horntrio von Johannes Brahms. Es spielen Emma Yoon, Florian Donderer, Janina Ruh, Fritz Pahlmann und Kiveli Dörken.
3. „BACHianas“ mit dem SIGNUM saxophone quartet und Tanja Tetzlaff, 6. Juli, 20 Uhr
„Vier Saxofonisten, die den Saal zum Kochen bringen“, schrieb das Hamburger Abendblatt über die Musiker Blaž Kemperle, Jacopo Taddei, Alan Lužar und Guerino Bellarosa. In Köln haben sich die vier 2006 zum SIGNUM saxophone quartet zusammengefunden – die Namensähnlichkeit mit dem Signum (Streich-)Quartett des Intendanten Florian Donderer ist rein zufällig. Die Experimentierfreude und Vielseitigkeit des international ausgezeichneten und weltweit konzertierenden Quartetts spiegeln sich nicht nur in ihren originellenProgrammen wider, sondern auch in ihren Projekten und Kooperationen mit anderen Musikerinnen und Musikern. In Rottweil werden die Saxophonisten gemeinsam mit der bekannten Cellistin Tanja Tetzlaff ein Programm mit Werken von Bach bis Piazolla präsentieren.

4. „Von hier“ – Musik aus´m Städtle, 8. Juli, 19 Uhr, Predigerkirche
Die wunderbare barocke Predigerkirche dient als Kulisse für ein besonderes Konzert: am Samstag, 8. Juli versammelt sich dort ein Projektorchester aus Mitgliedern des Festivalensembles sowie Profis und Laien aus Rottweil und Umgebung. Aufgeführt wird ein noch unveröffentlichtes Fagott-Concertino des Rottweiler Komponisten Max Seifriz, zu Lebzeiten im 19. Jahrhundert als Konzert- und Kapellmeister hoch angesehen, heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Gegenübergestellt wird eine Orchester-Ouvertüre von Fanny Hensel, der Schwester von Felix Mendelssohn-Bartholdy, der in jener Zeit eine Karriere als Musikerin unmöglich war. Weitere Stücke sind in Planung. Als Solist wird Elias Schneider zu hören sein, ein junger, aufstrebender Fagottist aus Rottweil, in der Stadt bereits bekannt durch etliche Auftritte, auch bei den letztjährigen Sommersprossen.
Kinderkonzert „Der kleine Prinz“, 9. Juli, 11 Uhr
Auf die Kinder wartet dieses Jahr ein ganz besonderes Erlebnis: am 9. Juli wird bei einer Sonntagsmatinee „Der kleine Prinz“ nach dem Buch von Antoine de Saint-Exupéry als Kinderkonzert zu hören sein. Die Aufführenden stammen allesamt aus Rottweil: Janina Ruh, Julia Guhl, Elias Schneider und Antje Rennicke bestreiten dieses Konzert. Wie beim ganzen Festival ist auch hier der Eintritt bis 18 Jahre frei, Platzkarten werden aber benötigt.
5. Signum Quartett, 9. Juli, 19 Uhr
Mitreißend lebendige Interpretationen kennzeichnen das international renommierte Streichquartett des Intendanten Florian Donderer. Im Gepäck hat das Ensemble das letzte große Streichquartett Franz Schuberts in G-Dur, das auch auf der im Mai erscheinenden CD des Quartetts enthalten ist. Ergänzt wird das Programm durch das Quartett NR. 14 in G-Dur von Mozart und das „Quartet for strings“ der südafrikanischen Komponistin Priaulx Rainier, das das Signum Quartett im Mai bei seinem Debut in der Carnegie Hall New York und in der Library of Congress in Washington spielen wird. Neben Florian Donderer spielen Annette Walther, Xandi van Dijk und Thomas Schmitz.

„Der Flyer mit dem kompletten Programm liegt nun vor, der Vorverkauf hat begonnen“, freut sich das Team des Kulturamts, das mit Unterstützung des Freundeskreises Sommersprossen das Festival organisiert. Dieses Jahr gibt es auch wieder eine Kooperation mit dem Jazzfest Rottweil. Die Sommersprossen unterstützen das Jazzfest-Konzert mit der Rabih Abou-Khalil Group Feat. Elina Duni am 13. Mai in der Alten Stallhalle. Der Jazzfestverein ist Partner beim Sommersprossenkonzert mit dem SIGUM saxophone quartet am 6. Juli.
Tickets gibt es bei der Tourist Information Rottweil (Ticket-Hotline ist 0741/494-280 ) sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg.
Auch im Internet sind Karten erhältlich unter www.trio-k.de.
Schüler, Studenten, Auszubildende, FSJ und BuFDi erhalten 50% Ermäßigung.
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre haben wie immer freien Eintritt, benötigen aber eine Einlasskarte, die bei den Vorverkaufsstellen ebenfalls zu haben ist.
Alle Infos und den Flyer zum Download gibt es unter
www.sommersprossen-rottweil.de.