
Die Gemeinde Deißlingen ist vor wenigen Tagen als eine von landesweit sieben Gemeinden im Programm "Der ländliche Raum für Zukunft" ausgewählt worden. Im Zuge des von Landesregierung und Gemeindetag initiierten Projekts wird im Lauf des Jahres der Gemeindeentwicklungsplan (GEP), den sich Deißlingen vor genau zehn Jahren gegeben hat, mit breiter Beteiligung der Bürgerschaft fortgeschrieben werden. "Wir wollen unsere Gemeinde damit fit für die nächsten zehn bis 15 Jahre machen und uns den Herausforderungen der Zukunft stellen", so Bürgermeister Ralf Ulbrich.
Eigentlich sollte die Fortschreibung ja schon im vergangenen Frühjahr gemacht werden, "wir hatten namhafte Referenten, haben uns in Vorarlberg über das Thema Bürgerräte informiert." Man sei voller Vorfreude gewesen, aber dann kam bekanntlich Corona, und alles lag erstmal auf Eis. Kurz vor der Sommerpause sei dann die Ausschreibung für das Landesprogramm gekommen, erzählt Ulbrich. Deißlingen habe genau reingepasst, eben weil man ja schon vor zehn Jahren damit angefangen hatte, die Bürger in die Gestaltung der Kommune und ihrer Zukunft mit einzubeziehen. Und nun bestand die Mögllichkeit, die Fortschreibung des GEP mit Landesgeldern gefördert zu bekommen.
"Wir haben dann die Bewerbungsunterlagen ausgefüllt und schließlich den Zuschlag gekriegt." Allerdings legte man in Deißlingen nicht gleich los, wie das andere Pilotkommunen taten, ausschließlich digital eben. "Das konnte ich mir so nicht vorstellen", meint Ulbrich, also soll es nun im zweiten Quartal damit losgehen. Dann sollen zufällig ausgewählte Bürger und Bürgerinnen, aber auch Vertreter von Vereinen, Kirchen, Schulen, Wirtschaft und anderen Organisationen mit einbezogen werden in die Gestaltung der Zukunft von Deißlingen und Lauffen. "Es soll auf breite, aber auch auf fachliche Schultern gestellt werden."
Zuvor geht es jetzt darum, zu bilanzieren: Welche Ziele des Gemeindeentwicklungsplans sind bereits erreicht, "wo stehen wir, wo muss noch nachjustiert werden, damit die Ziele endlich umgesetzt werden können." Und dann werden die Themen etwas zusammengefasst, denn vor zehn Jahren trafen sich die Beteiligten in neun Gruppen, das Land fördert aber nur sechs. Zu den Themenbereichen gehören beispielsweise Bildung, Versorgung vor Ort, Klimaschutz, Digitalisierung und Integration. Deißlingen ist im Landkreis die einzige Kommune, die in der Programm aufgenommen wurde. Insgesamt nehmen 13 Gemeinden daran teil.
Mehr darüber findet man hier: www.laendlicher-raum-bw.de