Kultur und Freizeit

Schweinchen, Palmen, Blumenkränze

Öffentliche Führung in der „Sammlung Dursch“ zu Heiligen und ihren Attributen

Heilige Dorothea
Was es mit dem Blumenkörbchen bei der Heiligen Dorothea (etwa 1515/20, Oberschwaben) auf sich hat, ist bei der Sonntagsführung zu erfahrenFoto copyright Stadt Rottweil/Graner

Die Heiligenfiguren der Abteilung „sakrale kunst des mittelalters – sammlung dursch“ stehen im Mittelpunkt der nächsten Sonntagsführung am 18. September im Dominikanermuseum.  Erklärt werden Dinge und Tiere, die sie bei sich haben und anhand derer sie auch in anderen Zusammenhängen leicht erkennbar sind. Die Führung beginnt um 15 Uhr.

Im Mittelalter waren Heilige allgegenwärtig. Sei es im Gottesdienst oder im täglichen Leben. Da sie in der Vorstellung der Menschen Gott besonders nahe stehen, werden sie vor allem in der katholischen Kirche bis zum heutigen Tag als Vermittler zwischen Mensch und Gott verehrt. Patroninnen und Patrone sollen im „fürbittenden“ Gebet für die Gläubigen eintreten.
 
Viele Männer und Frauen wurden heiliggesprochen, weil sie auch unter Schmerzen für ihren Glauben einstanden oder sogar ihr Leben opferten. Andere Heilige waren Einsiedler, die sich von der Welt abkehrten, um ganz in Christus aufzugehen, oder es handelte sich um berühmte Bischöfe und Ordensleute, denen ein besonders moralischer Lebenswandel zugesagt wurde.
 
Zahlreiche Heilige werden zusammen mit bestimmten Gegenständen oder Tieren dargestellt. Diese sogenannten Attribute gehen auf christliche Schriften und Überlieferungen zurück und können sehr vielfältig sein, alltäglich, überirdisch, Gegenstand oder Lebewesen... Attribute von Märtyrern zeigen häufig, welche Folter sie erleiden mussten.

Oft wandte man sich im Mittelalter auch an Namens- oder Schutzheilige. Schon in frühchristlicher Zeit begannen Gemeinden, Städte, Zünfte oder Orden den Begriff „patronus“ auf die Heiligen zu übertragen und so angesichts der allgegenwärtigen Bedrohungen das Bedürfnis nach Schutz und Beistand zu befriedigen.
 
Auch die Menschen im Spätmittelalter, also der Entstehungszeit der Heiligenfiguren der Sammlung Dursch, waren oftmals des Lesens unkundig. Anhand der Attribute waren sie in der Lage, auch in fremden Kirchen – etwa während der damals üblichen Wallfahrten – die Heiligen zu erkennen.
 
Warum trägt die heilige Agathe ein Brot, die heilige Dorothea einen Korb mit Blumen oder Obst, warum hat sie ein Kind bei sich stehen, weshalb wird die heilige Barbara mit Turm gezeigt und wem trägt der Teufel die Kirchenglocke? Im Zusammenhang der Attribute weiß Doris Wilbs viele Legenden und Anekdoten zu erzählen, die teilweise bereits im 2. Jahrhundert nach Christus entstanden sind.

 
INFO: Treffpunkt mit Doris Wilbs ist am 18. September, 15 Uhr, das Foyer des Dominikanermuseums. Kosten: Zwei Euro zuzüglich Eintritt. Kinder bis 18 Jahren sind frei.