
Die Rottweiler Künstlerin Eva Bur am Orde ist fasziniert von indigenen Völkern und ihrem Leben in Einklang mit der Natur. Derzeit entsteht eine neue Serie "Native Americans", in der sie Indianer portraitiert. Dafür nimmt sie historische Fotos, aber auch aktuelle, die eine Freundin von ihr in Montana aufgenommen hat. So sollen bis Weihnachten sieben großformatige, in rot und weiß gehaltene Bilder entstehen, von denen es auch günstige Drucke geben wird.
Die wettergegerbten, markanten Gesichter haben es der Künstlerin angetan, aber auch die Weisheit der amerikanischen Ureinwohner, deshalb werden auf den sieben Portraits auch kleine, passende Texte zu finden sein. Denn Eva Bur am Orde hat eine Botschaft:
Bedroht durch Umweltzerstörung, Landraub, Unterdrückung. Und mit ihnen verschwindet Wissen, jahrhundertealtes Wissen eines Lebens im Einssein mit der Natur. So entstand schon 2012 ein erstes Portrait, nämlich das des berühmten Häuptlings Sitting Bull. "Wir sind alle ein Teil der Natur, aber viele haben den Bezug dazu verloren." Klar, auch wildromantische Phantasien spielen hier eine Rolle, "Indianerleben ist ja ein Ausdruck von wildem, freien Leben." Das auch heute noch und wieder bedroht ist, beispielsweise durch den Bau von Pipelines, die die Reservate der Ureinwohner durchschneiden. "Sie haben ja auch keine Lobby", weiß die Künstlerin. Die davon träumt, selbst einmal eine Zeit dort in Montana zu verbringen und zu arbeiten.
Zuletzt waren Werke von Eva Bur am Orde in der ehemaligen Augustiner Klosterkirche in Oberndorf ausgestellt, darunter die Peace-Collection, eine beeindruckende Sammlung von Menschen, die sich für Frieden engagieren oder engagierten: Von Martin Luther King über Bob Marley und den Dalai Lama bis hin zu Malala Yousafzai und Greta Thunberg. "Mich inspririeren Menschen, die für etwas brennen", sagt Eva Bur am Orde. Und das ging offenbar vielen so, denn die Ausstellung war trotz Corona-Einschränkungen sehr gut besucht. Weshalb die Künstlerin derzeit eine Tour ihrer Werke vorbereitet. "Ich möchte sie gerne überall zeigen!"
Info: Das Atelier von Eva Bur am Orde mit der Peace-Collection und den ersten Indianer-Portraits kann nach Absprache besichtigt werden.