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Das Ding mit der Abstandsregel

Sebastian Ganso - pisaba CC0 Creative Commons

Ich möchte niemandem zu nahetreten, aber das Thema Abstandsregelung zum Schutze vor dem bösen Virus hat doch einige Vorzüge…

Wenn wir samstags uns auf dem heimisch idyllischen Wochenmarkt herumtreiben, um wie Großwildjäger immer auf der Pirsch den neusten Schimmelkäs oder das aktuelle Wurstkräutergemisch zu ergattern, braucht man heutzutage immer ein zusätzlich wärmendes Kleidungsstück mehr. Das war vor Corona anders! In Rottweils Gassen und zwischen den Marktständen kamen sich die Menschen so nahe, dass ein zusätzliches Unterhemd nur der Aufnahme von auftretenden Schweißausbrüchen diente. Dank den Abstandsregeln sind wir in der glücklichen Lage, dass wir dieses zusätzliche Kleidungsstück am darauffolgenden Tag auch noch tragen dürfen, ohne dass wir uns wegen Schlechtem Gewissen bezüglich der auftretenden Geruchsbelästigung Sorgen machen müssen. Das Einzige was noch passieren könnte ist, dass man sich beim Warten in der Schlange vorm Wagen des Kräuteronkels einen Zug einfangen könnte. Verursacht von dem lauen Wind, welcher vom schwarzen Tor herab durch die Menschenlücken zischt, um den Marktbesuchern von Stand zu Stand den lieblichen Duft aller dargebotenen Waren in die geschonten Geruchsgänge zu zaubern. Zack, am nächsten Tag wird man wach und wundert sich, dass sich die oberen Halswirbel nicht mehr so einfach drehen lassen. Gestern auf dem Markt ging es doch noch…

Wenn es uns auf dem Rottweiler Wochenmarkt zu kalt wird, beschließen wir dieses Ritual mit dem Besuch bei Antonietta, wo wir mit Abstand den besten natürlichen Fasswein kaufen und den letzten Abschluss-Espresso zu uns nehmen. Auch hier können wir nur positiv über die uns bescherte Abstandsregel berichten. Damals vor Corona hatten solche räumlich beengten Geschäfte die Eigenheit, dass alle auftretenden Gerüche, egal ob diese vom transpirierenden Nebensitzer oder von der parfumgetauchten Vorzeigeblondine waren, jeder neue Gast hat kostenlos und ungefragt immer eine Nase davon abbekommen…Heute riecht man tatsächlich nur noch den leckeren Duft des frisch gebrühten Espressos oder auch ab und an den Rauch einer stinkenden Zigarette, der von draußen ungefragt immer wieder heimlich hereinschleicht…aber das ist auch gut so!

Nach dem exzellenten Espresso machen wir uns mit Abstand auf den Heimweg. Man tritt sicher niemandem zu nah, wenn man behauptet, der Rückweg ist mit Abstand interessanter, als der Heimweg wie man ihn vor Corona kennt. Warum? Ich erinnere mich an die Zeit, als sich viele Menschen wartend in den Geschäften tummelten. Unwillkürlich hat man mitgehört, was Herr M. und Frau K. für Vorlieben hinsichtlich ihres Einkaufsverhaltens pflegten, welche Nahrungsunverträglichkeit den Herrschaften den Gallensaft explodieren lässt, oder welches Gemüse nach Verzehr zu schwerster Flatulenz führt…es war schon sehr interessant, aber oft hat man dann tatsächlich vergessen, was man eigentlich für sich selbst einkaufen wollte. Heute stehen diese Menschen mit Abstand vor der Tür der Metzgerei Pflugfelder und unterhalten sich. Ja, man unterhält sich mit Mundschutz und Abstand vor dem Schaufenster unter der Markise des Geschäfts…Nicht das Gespräch zwischen Kunde und Fachverkäuferin rückt in den Vordergrund, es sind die lockeren Gespräche, die dort stattfinden. Gespräche, welche der sozialen Kontaktanbahnung und dem Austausch von wichtigen Neuerungen aus der Gemeinde oder den Vereinen dienen. Früher hat man sicher nicht der Kundin vor einem in der Warteschlange erzählt, dass der eigenen Nachbarin ihrem Hund ein künstlicher Darmausgang gesetzt wurde oder dass sich in der Römerstraße eine wilde Sex-Kommune in einem Zweifamilien-haus eingenistet hat…nein, man musste ja aufpassen, was bei der adipösen Frau mit Umhänge Schurz auf ihrem schmuddeligen Einkaufszettel stand. Ohne Abstand und Anstand, ja so war das damals…ok, so schlimm war es natürlich auch wieder nicht, aber irgendwie kommt es mir so vor, als ob gute Kontakte eher mit einem gewissen Respektsabstand besser funktionieren als Kontakte ohne Respekt vor der eigenen Komfortzone.

So, das war mal wieder ein sehr netter Marktbesuch mit Eventcharakter und sehr viel nettem Smalltalk. Ich freue mich schon wieder auf die nächste Woche, auf den nächsten Wochenmarkt und auf nette Begegnungen in der mit Abstand schönsten Stadt Deutschlands.

Wochenmarkt

Am Samstag Morgen ist ganz klar, 
werden jede Woche Wünsche wahr. 
Im Städle stehn für uns bereit, 
frische Waren weit und breit, 
Gemüse, Wurst und frischer Käse, 
Currywurst, Pommes drüber Majonese, 
Tee gibt's und auch Süße Stücke, 
Mittel dass dich nicht sticht a Mücke, 
frisches Obst aus Nah und Fern, 
den Markt besuchen wir so gern. 
Einmal hoch und einmal runter, 
warst erst müd dann bist jetzt munter, 
mit Abstand das schwarze Tor hinab, 
macht fit, hält dich auf Trab, 
bei Antonietta noch schnell ein Schwätzlein halten,
den Rückweg mit Espresso und Wein gestalten, 
so ein Markttag der ist schön, 
auch für Menschen die vorm Metzger stehn, 
denn dort trifft sich gern die Stadt Elite, 
unter der Markis kosts nämlich keine Miete, 
mit Stadt Tratsch vertreibt man sich die Zeit, 
bis es gute Wurst und Fleisch vom Pflugfelder geit... 

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