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  • Umwelt & Natur

Foodsharing: Essen retten - ein Beitrag zum Umweltschutz

19.06.2019 von Katja Chudoba
Seit einem Jahr werden auch in Rottweil Lebensmittel vor der Mülltonne gerettet.
copyright Rottweil inside

Lebensmittelverschwendung ist weltweit ein großes Problem. Ca 1/3 aller Lebensmittel wird verschwendet. Das bedeutet: Jährlich landen 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel im Müll statt auf dem Teller. Dies wiederum entspricht einer CO2-Emission von mehr als 3 Gigatonnen. Hierfür sind 240 Milliarden Bäume nötig, um diese Menge an CO2 zu kompensieren. Sie sehen also, dass auch die Lebensmittel ein entscheidender Faktor für den Klimaschutz darstellen.
In Deutschland werden ca. 84 kg Lebensmittel pro Kopf/Jahr oder laut Bundesministerium für Ernährung und Gesundheit 11 Millionen Tonnen gesamt vernichtet. Mit den Abfällen Europas ließen sich alle Hungernden der Erde zweimal (!) ernähren. Dabei geht es nicht nur um die Verschwendung des Lebensmittels, sondern auch um wertvolle Ressourcen, die verwendet werden für den Anbau, Ernte, Verpackung, Transport und Lagerung. 

Mit den Lebensmitteln, die in Europa im Müll landen, ließen sich alle Hungernden der Erde zweimal ernähren

Das Problem beginnt bereits bei der Ernte. 10-50% der Ernte wird hier bereits aussortiert, weil sie nicht der geforderten „Norm“ entspricht. 
Der Groß- und Einzelhandel sortiert nochmal Lebensmittel aus, die nicht mehr frisch erscheinen oder Lager- oder Lieferschäden aufweisen. Ein nahender Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums veranlasst viele Geschäfte dazu, Milchprodukte zu entsorgen. Backwaren werden am Ende des Tages entsorgt.
Nicht zuletzt weil der Verbraucher es gewohnt ist, immer und zu jeder Zeit volle Regale frischer Ware vorzufinden. 

Die aussortierten Lebensmittel landen in den Müllcontainen der Supermärkte. Um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen wurde 2012 die Foodsharing-Organisation gegründet. Eine Initiative gegen Lebensmittelverschwendung. Über 57.590 freiwillige ehrenamtliche Foodsaver sorgen für eine internationale Bewegung. Rund 259.000 Nutzer/-innen sind bereits in Deutschland, in Österreich und der Schweiz registriert. Bei 5.467 mitwirkenden Betrieben wurden bisher 23.460.638 Kilogramm Lebensmittel vor dem Abfall bewahrt. Jeden Tag finden weit mehr als 1.000 Abholungen statt. 
Foodsharing sensibilisiert für das Thema und bietet Lösungsansätze an. Das Ziel von Foodsharing ist es, Aufklärung, Umdenken und verantwortliches Handeln bei allen Menschen anzustoßen. 

Seit einem Jahr ist Foodsharing auch in Rottweil aktiv

Vor einem Jahr hat dann auch Foodsharing in Rottweil Einzug gehalten. Sandra Vollmer (Foodsharing-Botschafterin für die Region) hat ihren Bruder bei einer Lebensmittelabholung in Ludwigsburg begleitet. Er ist schon länger bei Foodsharing als Botschafter unterwegs. 
Dieses Erlebnis weckte bei Sandra Vollmer den Wunsch, Lebensmittel zu retten und zum Verbrauch zu verteilen. Mit zwei Leuten startete das Projekt in Rottweil. 
Nach einem Jahr gibt es bereits 77 ehrenamtlich gemeldete Essensretter und rund 7 Firmen, die ihre überflüssigen Lebensmittel weitergeben, statt sie zu vernichten. 
Dennoch hört es sich leichter an, als es sich tatsächlich gestaltet. Die Hemmschwelle, geschenkte Lebensmittel anzunehmen ist bei den Menschen recht hoch, die Menge der geretteten Lebensmittel aber auch. Diese Hemmschwelle ist überflüssig, wenn man bedenkt, dass die Lebensmittel sonst in der Mülltonne landen.

So können Sie zum Essens-Retter werden

Egal ob Empfänger oder Verteiler - Jeder muss sich vorab bei Foodsharing registrieren und in einem kleinen Quiz zeigen, dass die Beweggründe und Regeln von Foodsharing gelesen wurden. Dann erst kommt der Kontakt mit dem zuständigen Botschafter zustande. In einem Gespräch kann dann geklärt werden, ob man bei der Abholung und Verteilung aktiv werden möchte und sich ein eigenes Netzwerk an Empfänger mit aufbaut (das können dann Verwandte, Freunde oder Bekannte sein) oder ob man einfach nur die Lebensmittel empfängt und verbraucht.
Die Altersspanne der teilnehmenden Menschen liegt zwischen 20 und 80 Jahre. Jung wie Alt unterstützen und nutzen mittlerweile dieses Foodsharing-Netzwerk. Laut Sandra Vollmer ist es nicht das Ziel, die Lebensmittel nur an Bedürftige zu verteilen, sondern diese Lebensmittel davor zu bewahren, ungenutzt in der Mülltonne zu landen. Wenn es denn aber bei Menschen landet, die es auch wirklich brauchen ist es natürlich umso schöner.
Nach der Abholung in den Geschäften werden die Lebensmittel direkt an die Foodsaver weiterverteilt. Mit Kühltaschen und Einkaufskörben bestückt wird die Ware in Empfang genommen und dann an die Menschen im jeweiligen Netzwerk weitergegeben oder auch selber genutzt. Die Verteilerpunkte erfährt man auch nach der Registrierung bei www.foodsharing.de

Wir haben Sandra Vollmer nach ihrer Vision gefragt und was sie sich zukünftig für die Foodsharing Bewegung in Rottweil wünscht:
Es ist eindeutig, dass mehr freiwillige Helfer benötigt werden um ein größeres Netzwerk aufzubauen. Bisher können nicht alle Firmen angefahren werden, die Lebensmittel verschenken möchten. 
Außerdem wäre eine offizielle zentrale Abholstelle sehr arbeitserleichternd. Bestenfalls mit Kühl- und Lagerfunktion. 
Sandra Vollmer betont auch noch, dass sie sich gut vorstellen könne mittels Vorträge, Kochevents u. ä. das Thema Lebensmittelverschwendung und Foodsharing mehr in das Bewusstsein der Menschen zu rücken und die Hemmschwelle Lebensmittel anzunehmen zu senken. 

Wenn Sie sich nicht bei Foodsharing registrieren möchten, haben Sie die Möglichkeit in einer Facebook Gruppe private Lebensmittel zu teilen oder zu empfangen.

So können auch Sie Lebensmittelverschwendung entgegen wirken

  • Kaufen Sie nur Lebensmittel, die Sie auch wirklich benötigen. Machen Sie sich einen Einkaufszettel!
  • Großpackungen verleiten zum Kauf - aber brauchen Sie die auch wirklich auf? Können diese Packungen ggf. geteilt werden?
  • Lassen Sie sich nicht von Sonderangeboten zum Kauf verführen!
  • Fragen Sie in Ihrem Supermarkt, ob dort Lebensmittel weggeworfen werden! So rücken Sie das Problem der Lebensmittelverschwendung dort in den Fokus und bewirkt ggf. ein Umdenken.
  • Kaufen Sie auch Gemüse, dass optische Abweichungen aufweist!
  • Gemüse- oder Obstkisten bestellen. Damit hat der Händler eine mehr Planungssicherheit und kann besser kalkulieren.
  • Kaufen Sie auf jeden Fall regional - bestenfalls direkt beim Bauern! Hofläden dürfen Produkte anbieten, die von der Norm abweichen. Wenn möglich schließen Sie sich Einkaufsgemeinschaften mit Direktbezug an.
  • Lagern Sie die Lebensmittel richtig, damit sich die Lebens- und Verbrauchszeit der Lebensmittel verlängert
!
    Ideen erhalten Sie hier
  • Kaufen Sie auch die Produkte, deren Mindesthaltbarkeitsdatum bald erreicht ist!
    Das Mindesthaltbarkeitsdatum dient nur als Anhaltspunkt und heißt nicht, dass das Lebensmittel dann wirklich verdorben ist. Verlassen Sie sich auf Ihre Sinne ob ein Produkt wirklich verdorben ist. 

  • Bevor Sie ein Produkt wegwerfen, prüfen Sie ob es wirklich verdorben ist!
  • Kochen Sie nicht über den Bedarf! Frieren Sie Reste ein! 
  • Verwerten Sie Reste! z. B. Altes Brot wieder aufbacken oder zu Paniermehl verarbeiten. 
  • Informieren Sie sich! Reife Bananen z. B. lassen sich wunderbar mit der Schale einfrieren und dann bei Bedarf für Eis oder Shakes verwenden. Machen Sie Lebensmittel haltbarer!
  • Engagieren Sie sich in Gruppen wie z.B. Foodsharing!

Möchten Sie sich weiter informieren?
Wir haben einige interessante Links für Sie:

www.foodsharing.de

Unser Buchtipp für Sie:
„Die Essensvernichter“ erhältlich z.B. bei Buchhandlung Klein in Rottweil

Unser Filmtipp für Sie:
Taste the Waste



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Foodsharing Rottweil
Botschafter Kreis Rottweil
78628 Rottweil - Deutschland
Internet: www.foodsharing.de
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