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  • Zukunft Rottweil

Die Waldorfschule gewinnt den KlimaKreisPreis 2019 für Ihr Projekt Klassenzimmer im Freien

Der Kreis Rottweil lobt erstmalig Klimapreis aus
Rottweil, 29.11.2019 von Frank Chudoba
Die Gewinner des KlimaKreisPreis 2019
copyright Rottweil inside

"Es gibt ernsthafte Gründe für den Klimaschutz", weiß Klimaschutzmanager Roland Stolarczyk und führt in seiner Eröffnungsrede aus, dass die Weltbevölkerung in den letzten 170 Jahren deutlich angestiegen ist und die Entwicklung zur fossilen Energie für den Treibhauseffekt verantwortlich ist. Diese ist gekennzeichnet durch die Verbrennung fossiler Energieträger - gespeicherte Sonnenenergie von Millionen von Jahren, reich an Kohlenstoff. Durch die Verbrennung wird CO₂ in der Atmosphäre freigesetzt.

Nebenwirkung des Treibhauseffektes sind schon heute spürbar:
Stürme, Dürre, Artensterben, Hungersnöte, die Konflikte und Kriege auslösen. Das Klima würde 26 Millionen Menschen zur Flucht verleiten. Die Durchschnittstemperatur ist selbst in Baden-Württemberg merklich gestiegen.

Der KlimaKreisPreis sei laut dem Landrat Dr. Wolf Rüdiger Michel ein weiterer Baustein der fast 20-jährigen andauernden Klimaschutz-Aktivitäten des Kreises. Begonnen 2002 mit der Einführung des Gebäude-Energie-Managements für Kreisligenschaften; dort - wo möglich -  seien Photovoltaik-Anlagen eingesetzt. 2008 erfolgte die Gründung der Energie-Agentur. Man habe seit 2002 am European Energy-Award teilgenommen und die Zertifizierung erhalten. Seit 2013 wurde auf 100% Öko-Strom umgestellt, ein Großteil der Fahrzeugflotte auf E-Mobilität umgestellt. Insgesamt 40 Projekte wurden bisher umgesetzt. Man sehe sich auf einem guten Weg. 

Foto copyright Rottweil inside

Mit dem KlimaKreisPreis, der am Freitag erstmalig verliehen wurde, will der Landkreis das Engagement der Initiativen, Schulen, Vereine und einzelnen Privatpersonen für das Klima auszeichnen.  Der Preis soll motivieren, sich für die Zukunft - denn nichts anderes sei das Thema Klimaschutz - einzusetzen. Es konnten Ideen, Initiativen und praktische Aktivitäten eingereicht werden. Im Bewerbungszeitraum von zwei Monaten sind 37 Ideen eingegangen, die bewusst von einer unabhängigen Jury bewertet worden seien. Zu dieser Jury gehörten Peter Kälble der Stadtwerke Schramberg, Herr Christoph Ranzinger von der EnRW, Rolf Halter als Externer für die Energie-Agentur, Peter Küppers als Assistenz des Energieteams, der erste Landesbeamter Herrmann Kopp, Dr. Jutta Steffens von der Lokalen Agenda und Angela Gessler von der Bürgerinitiative für eine Welt ohne atomare Bedrohung Rottweil. 

"Wir können die Welt vielleicht nicht insgesamt vor Ort retten, aber wir können ein Stück dazu beitragen. Wir sollten das tun, unaufgeregt ohne irgendwelche Panik und Ängste zu schüren, aber konsequent. Gerade vor Ort, wo Menschen sich kennen, kann Engagement, Initiative und Gemeinsinn wachsen und gedeihen.", so Dr. Michel. Jede eingereichte Idee wäre es wert gewesen, einen Preis zu vergeben, lobte er die Teilnehmer. Sie seien alle Vorbild für den Klimaschutz.

Den dritten Platz belegt die Familie Schmider, die aufzeigten, wie sie den ökologischen Fußabdruck durch bauliche Veränderungen am eigenen Haus minimieren konnten. Schon bei Planung im Jahre 1998 entschieden sie sich für ein Holzhaus mit Doppelverschalung. Sie achteten u.a auf eine Naturbauweise, die Dämmung und einem naturnahen Garten. Den dort gewonnenen Honig spenden sie an ein Waisenhaus in Uganda. Ein Zentralheizungsherd zum Kochen, Backen und Heizen ohne Wärmeverlust bildete das Herzstück. Die im Jahr 2000 montierte Photovoltaikanlage sei mit 4,9KWP die zur dieser Zeit größte PV-Anlage in Rottweil gewesen. 2019 wurde die zweite Photovoltaikanlage mit 6,2 KWP mit Speicher zur Eigenversorgung in Betrieb genommen. 2003 rüsteten sie den vorhandenen Diesel-PKW auf Pflanzenöl-Betrieb um. Vergangenes Jahr haben sie ein neues Solar-PKW von einem Startup aus München reserviert. Diese habe auf dem Dach und der Kühlerhaube Solarzellen eingebaut, die Strom für eine Reichweite von 35km produzieren. Die Gesamtreichweite liege via Akku bei bis zu 255 km.

Den 3. Preis erhielt die Familie Schmider - überreicht vom Landrat Dr. Wolf Rüdiger Michel (links)
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Den zweiten Platz belegte Schüler des Leipzig-Gymnasium Rottweil, die sich mit umweltpolitischen Maßnahmen auf dem Wasser und der "maritimen Mobilität" beschäftigten. Sie bauten das Schulschiff der Schule um
Detaillierte Informationen folgen.

Den 2. Preis erhielt das Leipniz-Gymnasium Rottweil - überreicht vom Landrat Dr. Wolf Rüdiger Michel (2. von links)
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Die Freie Waldorfschule Rottweil gewinnt den ersten Preis

Jenny Sailer vom Förderverein der freien Waldorfschule Rottweil stellte das Projekt "das Klassenzimmer im Freien am Wasserkraftwerk Lumpenmühle" vor und nahm die Auszeichnung entgegen, die einen 500 € Einkaufsgutschein und Geschenkkorb des B2-Biomarkt enthielt.

Das Klassenzimmer im Freien steht nicht nur Schülern der Waldorfschule Rottweil zur Verfügung, sondern jedem, der in Führungen und Aktivitäten erleben möchte, wie Energie CO₂-neutral mit der Kraft des Wassers produziert werden kann. Vier mal im Jahr besteht die Möglichkeit, das Wasserkraftwerk zu besichtigen, wovon neben Schulen auch Kindergärten Gebrauch machen. Alles werde dem Alter entsprecht erklärt. Dabei werden die wechselseitigen Abhängigkeiten von Mensch, der Natur und Umwelt bewusst gemacht und die Gäste sensibilisiert, mit den Ressourcen sorgsam umzugehen.

Den Namen hat die Lumpenmühle nicht, weil die Betreiber "Schelme" seien, sondern weil dort im Mittelalter aus Lumpen Papier hergestellt wurde. Später wurde sie abwechselnd als Getreide- und Sägemühle eingesetzt. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde sie dann zur Stromerzeugung für die Pflug-Brauerei genutzt, dessen ehemaliges Areal jetzt die Waldorfschule nutzt. "Irgendwann war das Wasserkraftwerk nicht mehr rentabel und wurde still gelegt".

Den 1. Preis erhielt die Freie Waldorfschule Rottweil - überreicht vom Landrat Dr. Wolf Rüdiger Michel (links)
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"Dass das Wasserkraftwerk reaktiviert wurde und die Menge Strom erzeugt, die das Energiekonzept der Waldorfschule Rottweil erfordert, haben wir dem Engagement von Volker Bucher und Günther Seitz zu verdanken", lobte Jenny Sailer vor den über 80 eingeladenen Gästen. Sie band bei Ihrer Danksagung alle weiteren Personen mit ein, die dieses Projekt unterstützt haben, unter anderen Rottweil inside, die im Juli diesen Jahres eine 10-minütige Video-Reportage zum Projekt gedreht haben.

 

Die Realschule Rottweil hat "Nachhaltiges Leben"  im Unterricht integriert

und gewinnt damit den Jugendpreis.
Drei Lehrer aus den Disziplinen Technik, Biologie und Alltag-Ernährung-Soziales (früher Hauswirtschaft) haben sich zusammengeschlossen, um das Thema Nachhaltigkeit im Schulalltag zu integrieren. Es begann mit dem Aufbau einer Blumenwiese, weiter mit einem Kräutergarten bis hin zu den Hochbeeten, die gebaut und geplanzt wurden. Die geernteten Kräuter werden zum Kochen genutzt. 
Unter dem Motto "Was wir nicht kennen, können wir nicht schützen" beobachten sie auch das Leben der Insekten. Nachhaltiges Leben wird als Thema im Unterricht integriert. Gartenpflege ist Bestandteil des Biologieunterrichts. Wer an der Fridays for Future teilnimmt, soll der Schule etwas zurück geben. So z.B. die Gestaltung von Plakaten, aus denen mittlerweile eine Schulausstellung wurde.
Insgesamt 700 Schüler haben bislang am Projekt teilgenommen.
Geplant ist ein Grünes Klassenzimmer im Freien. Dazu hat die Stadt eine neue Fläche hinter der Realschule Richtung Mensa zur Verfügung gestellt.
www.realschule-rottweil.de

Den Jugendpreis erhielt die Realschule Rottweil
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Die Musikschule der Stadt Rottweil sorgte für die musikalische Begleitung.

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