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  • Zukunft Rottweil

Auszubildende aus dem Schreiner-Handwerk und Malerei begeistern mit ihren Gesellenstücken

Feierlicher Rahmen in der Holzmanufaktur Rottweil
Rottweil, 21.07.2019 von Frank Chudoba
Die Jahrgangsbeste Tamara Kunz mit ihrer Gesellenarbeit: Eine von der Wiege, welchen zum Kinderbett umgebaut werden kann.
copyright Rottweil inside

Bereits zum 25. Male wurden die Gesellenstücke ausgestellt - diesmal in den Räumen der Holzmanufaktur Rottweil. Die nun 19 frisch gebackenen Gesellen aus dem Schreiner- und Maler-Handwerk der Rottweiler Innungen wurden dazu begrüßt.

Die Prüflinge hatten im Rahmen ihrer Prüfung 14 Tage Zeit, ihr Gesellenstück herzustellen.
Im Vorfeld haben sie eine technische Zeichnung angefertigt und diese Arbeit mit dem Prüfungsausschuss abgestimmt. In der Holzmanufaktur hatten die zahlreich erschienenen Gäste die Möglichkeit, diese Abschlussarbeiten anzusehen. Die hochwertige Verarbeitung und vor allem die Kreativität der jungen Handwerker versetzte die Besucher ins Staunen.

Arndt Emminger, Obermeister der Schreiner Innung Rottweil war sichtlich zufrieden: „Sie können stolz sein, sie haben etwas erlernt. Sie haben eine abgeschlossene Berufsausbildung und ein Handwerk erlernt.
Das Handwerk werde im Zeitalter des Computers und Internets belächelt. Säge und Hobelspäne würden noch immer das Bild des Schreiners prägen. Man solle sich jedoch im klaren sein, dass das Handwerk in seiner Vielfalt mit keinem anderen Beruf vergleichbar ist.“

Der Umgang mit CNC-gesteuerten Maschinen und CAD-Programme, Notebook und App gehöre mittlerweile genauso zum Standard im Berufsbild. Selbst bei Stromausfall könne man mit Säge, Hobel und Stemmeisen umgehen.
Kreativität sei ein weiterer wichtiger Punkt in der Berufsausbildung. 
Man hätte gelernt, eigenständig ein Möbel zu kreieren, Formen gewählt, Materialien zusammen gestellt, einfach das Gesellenstück nach ihren Vorstellungen gebaut. 
„Das ist bei den Blick durch die Halle wirklich gelungen“

„Heben sie sich ab von der immer fortschreitenden Meinung, der Schreiner könne nur noch vorgefertigte Teile zusammen schrauben. Beweisen Sie ihr Können. Sie haben in ihren Fachgesprächen, die Teil der Abschlussprüfung sind, gezeigt, dass sie Fachmann sind, der Kundschaft entgegen treten können, deren Fragen beantworten können, dass sie kompetent sind.“,  fordert der Obermeister. „Alles in Allem haben sie gezeigt, dass sie ein gelernter Schreiner sind. In wirtschaftlich turbulenten Zeiten ist Kundschaft das wichtigste Gut. Diese gilt es zu pflegen.“

Es sei schwierig, die Gesellenstücke, in denen viel Herzblut geflossen ist, in Noten zu bewerten. „Der Blick durch die Halle als Obermeister zeigt, dass der Beruf mit Leben erfüllt ist. Wir haben tolle und vor allen individuelle Gesellenstücke.“

Die Gesellen sollen laut Arndt Emminger die Möglichkeiten nutzen, die Stücke z.B. in den Ausstellungen und in den Schalterhallen bei den Banken zu präsentieren.
„Wir müssen unseren tollen Beruf präsentieren und repräsentieren. Wir können unseren Lehrlingsnachwuchs nur mit fertigen Produkten und tollen Stücken begeistern.“


Aus diesem Grund veranstaltet der Landesfachverband Schreiner-Handwerk Baden-Württemberg jedes Jahr einen landesweiten Wettbewerb „Gute Form im Schreiner-Handwerk“.
Form, Funktion, Individualität des Gesellenstückes stehen dabei an erster Stelle. 
Dabei kann immer wieder auf gute Resultate der Gesellen des Innungsbezirkes Rottweil zurückblicken. Immer wieder werden diese Stücke in den Fachzeitschriften präsentiert.
 Die Veranstaltung findet zusammen mit den Gesellenstücken der beiden Jahrgangsbesten im Haus der Wirtschaft in Stuttgart statt.

„Für die Ausstellung werden Gesellenstücke ausgesucht, die wegen ihrer Formgebung herausstechen. Dies könnten zum Beispiel speziell entwickelte Verbindungen, besondere Oberflächen, versteckte Schubkästen oder Geheimfächer sein, die nicht auf den ersten Blick erkennbar sind.“, so Rolf Kammerer, Gesellenprüfungsausschuss-Vorsitzender.

Rolf Kammerer erläuterte die Abwicklung der Prüfung. Diese beginne mit der Ablegung des theoretischen Teils in der Berufsschule. Anschließend wird der praktischer Teil mit Einreichung Zeichnung zur Begutachtung des geplanten Gesellenstückes angemeldet. Diese Vorschläge wurden vom Prüfungsausschuss geprüft und genehmigt. In der vorgegebenen Zeit von zwei Wochen konnten die Gesellenstücke selbständig in den Lehrwerkstätten angefertigt werden. Jedem Prüfling wurde ein Schaumeister zugeteilt, der unangemeldet den Prüfling bei seiner Arbeit kontrolliert. Die Arbeitsprobe, die unter Aufsicht des Prüfungsausschusses in der Berufsschule in Sulgen angefertigt wurde, wurde bereits am 29. Juni abgenommen.
Die Gesellenstücke wurden am vergangenen Freitag in der Holzmanufaktur angeliefert und gleichzeitig das Fachgespräch durchgeführt. Am Samstag hat der Prüfungsausschuss die Gesellenstücke bewertet.
Die Noten aus theoretischer Prüfung, der Arbeitsprobe und des Gesellenstückes, bilden im Durchschnitt eine Gesamtnote, mit der die Prüfung abgeschlossen wird und gehen in das Zeugnis ein. Die Zeugnisse mit den Abschlussnoten werden zusammen mit den Gesellenbriefen im Rahmen einer öffentlichen Feier separat ausgehändigt.

Zwei Schreiner-Lehrlinge haben mit der Gesamtnote 1,4 abgeschlossen

Tamara Kunz von der Schreinerei Moosmann
(Note 1,3 = bestes Gesellenstück, Note 1,2 = beste Theorienote)
Nils Schröer von der Schreinerei Bernd Burghard
(Note 1,3 = bestes Gesellenstück, Note 1,5 = beste Arbeitsprobe)
Innungssieger bzw. Innungssiegerin wurde Tamara Kunz, da Nils Schröer aus der anderen Innung - aus Freudenstadt - teilgenommen hat. Sie ist somit beim Landeswettbewerb der Handwerksjugend vertreten und hat die Möglichkeit, Kammersieger, Landessieger oder sogar Bundessieger zu werden.

Tamara Kunz wusste nicht nur an der Werkbank und mit ihren Gesellenstück zu gefallen: Auch in ihrer knapp fünf minütigen Rede, in welcher sie die 3-jährige Ausbildungszeit Revue passieren ließ und auch den Ausbildern dankte. Ihre Klassenkameraden lobte sie: „Ihr seid nicht nur der Hammer, ihr seid der ganze Werkzeugkasten“.

Ausgebildete Maler erhalten Schmuck-Gesellenbriefe

Der Ausschussvorsitzende der Malerei-Innung Rottweil übergab die Schmuck-Gesellenbriefe an die frisch gebackenen Gesellen: Marcel Antonaci und Okan Altunpinar.
Schmuck-Gesellenbriefe bekommen diejenigen, die eine gute bis sehr gute Gesellenarbeit gemacht haben.
Ihre Prüfungsaufgabe: einen alten Bauernhof zu renovieren, umzubauen in einen Hofladen.
Die Prüfungsarbeiten wurden exemplarisch auf Platten gefertigt. Die Noten werden später bekannt gegeben.

Der Rollbrettverein Rottweil sorgte an diesem Tag für das leibliche Wohl. 
Die Erlöse gingen in den Bau der geplanten Skaterbahn am Rottweiler Stadion. 
(siehe Beitrag: "Rottweil bekommt den Skatepark")

Der Rollbrettverein baue selber Skateboards aus Holz und lackiere diese und passen daher - so der Holzmanufaktur-Geschäftführer Günter Seitz in seiner Eröffnungsrede - hervorragend zur Innungsveranstaltung Holz und Maler. Auf einer eigens eingerichteten Bahn durften Sie ihr Können zeigen.

Der Blick in die Bildergalerie macht deutlich:
Die Arbeiten können sich sehen lassen.

Links zum Thema:

Lesen Sie in Kürze:

  • Über das Handwerk und seine Zukunft
  • Was zeichnet den Handwerk aus und was treibt junge Leute an, diesen Ausbildungsberuf auszuüben
  • Wo sind noch Ausbildungsstellen offen?



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